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Addis Abeba. - Während der UN-Konferenz zu Entwicklungsfinanzierung in Äthiopien haben, laut Kampagnenorganisation ONE mehrere Regierungen aus der ganzen Welt, Unternehmen und zivilgesellschaftliche Organisationen konkrete Beiträge zugesagt, um die Erhebung und Nutzung armutsrelevanter Daten zu verbessern. Dazu gehören Finanzzusagen, die Veröffentlichung von Datensätzen, die beispielsweise Gesundheits- und Ernährungsmaßnahmen effektiver machen, technologische Innovationen und Unterstützung bei der Datenanalyse.

Die Ankündigungen waren der erste Schritt innerhalb eines großangelegten Projekts, das zum Ziel hat, Daten für "nachhaltige Entwicklung und breitenwirksames Wachstum zu nutzen". Dies ist notwendig, da eine "Datenkrise" den Kampf gegen extreme Armut erschwere, erklärte die Organisation ONE.

Im September werden sich die Vereinten Nationen auf neue Nachhaltige Entwicklungsziele einigen. Damit sowohl die eingesetzten Mittel als auch die erreichten Ergebnisse nachverfolgt werden können, seien mehr verlässliche Daten notwendig. Deswegen haben sich über 20 Institutionen aus aller Welt dazu bereit erklärt, Vorreiter für die Gründung einer Globalen Partnerschaft für Nachhaltige Entwicklungsdaten zu sein, die im September offiziell gestartet werden soll. Dazu gehören unter anderem die Regierungen von Belgien, Kenia, Mexiko, Senegal und die USA, die Weltbank, das Sustainable Development Solutions Network, CIVICUS und Mastercard.

Michael Elliott, Präsident und Hauptgeschäftsführer von ONE, sagte: "Wir leben in einer Welt, in der Millionen Menschen so wenig zählen, dass sie nicht gezählt werden. Ihre Geburten werden nicht registriert und für sie ist somit eine grundlegende Gesundheitsversorgung, ausreichende Nahrung oder Bildung nicht eingeplant. Dieses Jahr erwarten wir ambitionierte neue Globale Ziele, um extreme Armut zu beenden. Doch es gibt zu wenige Daten, um Fortschritte nachzuverfolgen. Wir müssen dieses Problem angehen, sonst sehen wir weder Verantwortlichkeiten noch erhalten wir ein klares Bild über erreichte Fortschritte. Um die Datenkrise zu lösen braucht es politische Unterstützung, Finanzierung und konkrete Maßnahmen."

Der senegalesische Finanzminister, Amadou Ba, fügte hinzu: "Die Zusagen, die heute in Addis Abeba gemacht wurden, sind ein großer Schritt dahin, die Datenrevolution Wirklichkeit werden zu lassen. Die heutigen Zusagen werden Fortschritte im Gesundheitsbereich, bei der Nahrungsmittelproduktion und im Kampf gegen Korruption bringen. Werden gute Daten richtig eingesetzt, kann breitenwirksames Wachstum verstärkt werden und Regierungen, Bürger und die Zivilgesellschaft werden in die Lage versetzt, den Weg der eingesetzten Mittel bis zu den Ergebnissen nachzuverfolgen. Es ist eine Ehre für die Regierung des Senegal, Vorreiter bei der Gründung der Globalen Partnerschaft für Nachhaltige Entwicklungsdaten zu sein."

Die Teilnehmer der Gründungsgruppe der Globalen Partnerschaft für Nachhaltige Entwicklungsdaten sind unterschiedliche Verpflichtungen eingegangen. So soll vor allem in die bessere Erhebung von Daten investiert werden, denn es werden jedes Jahr voraussichtlich mindestens 1 Milliarde US-Dollar benötigt, um die neue Agenda der Nachhaltigen Entwicklungsziele erfolgreich beobachten zu können. Außerdem sollen Daten verstärkt ausgetauscht werden, damit sie zur Entscheidungsfindung beitragen können.

Die Gründungsmitglieder haben sich darauf geeinigt, mehr dafür zu tun, dass qualitativ hochwertige Daten verfügbar gemacht werden, um das Leben der Ärmsten und derjenigen, die aktuell nicht statistisch erfasst werden, zu verbessern.

Die Globale Partnerschaft für Nachhaltige Entwicklungsdaten wird:

  • Neue Prinzipien und Normen für die Erfassung und Nutzung von Daten fördern und bereits existierende Prinzipien und Normen verbessern;
  • Anreize schaffen, damit Datenlücken durch neue Erhebungen geschlossen werden können und so das Leben vieler Menschen (insbesondere armer und ausgeschlossener Menschen) verbessert werden kann;
  • Bestehende Daten von Verwaltungen verstärkt offenlegen, um Aktualität, Kompatibilität, Nutzen und Wert von bereits bestehenden Daten zu verbessern; und
  • Capacity Building sowie wechselseitiges Lernen („Peer Learning”) von Nutzern und Produzenten von Daten unterstützen - mit besonderem Blick darauf, den Fortschritt bei den Nachhaltigen Entwicklungszielen messen, beobachten und bewerten zu können.

Die Gründungsgruppe wird in den kommenden Monaten ein wachsendes Netzwerk aufbauen, das im Rahmen des UN-Gipfels zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen im September als "Globale Partnerschaft für Nachhaltige Entwicklungsdaten" offiziell vorgestellt wird. Es wird erwartet, dass bis zu dem UN-Gipfel weitere Mitglieder hinzukommen.

=> Neues Online-Tool von ONE "Follow The Money" zeigt Entwicklungserfolge durch Zugang zu Daten

=> Harnessing the Data Revolution for Sustainable Development

Quelle: one.org


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