wvKathmandu. - Kinder sind den Folgen von Katastrophen wie dem Erdbeben in Nepal oft besonders schutzlos ausgeliefert. Darauf weist das Internationale Kinderhilfswerk World Vision zum Welttag der humanitären Hilfe (19. August) hin. Mit umfassenden Programmen könnten die seelischen Belastungen aber häufig erfolgreich gelindert werden. World Vision versucht dies durch den Aufbau von Kinderschutzzentren.

Sie haben ihr Zuhause verloren, ihre Freunde, manche auch ihre Eltern. Hunderttausende Kinder sind auch vier Monate nach dem schweren Erdbeben in Nepal von den Folgen der Katastrophe betroffen. Doch selbst wenn mittlerweile einige Schulen wieder geöffnet wurden und die Nepalesen dabei sind, ihre Häuser wieder aufzurichten: die seelischen Folgen bleiben, besonders für die Kinder.

"Es sind traumatische Erlebnisse, die die Kinder hier erfahren mussten", sagte Justine Hildebrandt, die für World Vision in Nepal im Einsatz ist. "Sie brauchen intensive Betreuung, Verständnis, aber auch konkrete Hilfe."

World Vision hat direkt nach dem Erdbeben damit begonnen, Kinderschutzzentren aufzubauen, in denen Kinder spielerisch das Erlebte verarbeiten können. Mittlerweile betreibt die Hilfsorganisation 35 dieser Zentren in Nepal, dazu noch 42 Lernzentren, die übergangsweise den Unterricht in zerstörten Schulen ersetzen. Pro Schutzzentrum werden 70 Kinder betreut und in jedem Lernzentrum 80 Kinder unterrichtet.

Pramila Twati Thuya ist eigentlich Grundschullehrerin und unterrichtet jetzt im Lernzentrum Bhaktapur: "Die Schüler und Lehrer fühlen sich hier sicher. Ich habe jetzt damit begonnen, spielerische Aktivitäten einzusetzen und animiere die Schüler dazu, ihre Ängste zu teilen und das Erlebte so zu verarbeiten."

Gerade Schulen sind für Kinder enorm wichtig. Schulen bedeuten einen geregelten Alltag und Zusammensein mit Freunden. Sie schaffen Normalität in einer extremen Situation.

Das hat auch die neunjährige Ram Krishna so erlebt, die das Lernzentrum in Sinduphalchowk besucht: "Ich fühle mich wohl in dem neuen Gebäude aus Bambus und genieße die Materialien, die wir zum Spielen und Lernen haben."

Manche der Kinder in den Zentren haben ihre Eltern verloren und leben jetzt bei Verwandten. Aber auch, wenn die Eltern noch leben, so sind diese mit dem Wiederaufbau zu beschäftigt, um ihren Kinder bei der Traumabewältigung zu helfen. In den Zentren bekommen die Kinder zudem Tipps für mehr Sicherheit im Alltag. "Oft spielen die Kinder in einsturzgefährdeten Ruinen oder trinken verschmutztes Wasser aus geborstenen Leitungen", erklärte Justine Hildebrandt.

Hildebrandt ist besonders beeindruckt vom Willen der Bevölkerung in Nepal, ihr Leben wieder selbst aufzubauen: "Es ist erstaunlich, wie die Betroffenen versuchen, ihren Alltag wieder normal zu leben, selber wieder alles aufzubauen. Das motiviert mich immer wieder."

Quelle: worldvision.de


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