dntds 300Berlin. - Der diesjährige Nobelpreis im Bereich Medizin geht zu einem Teil an William C. Campbell und Satoshi Omura. Beide Wissenschaftler werden damit für die Entwicklung von Avermectin ausgezeichnet. Dieses Medikament, so die Begründung des Komitees, habe wesentlich dazu beigetragen, vernachlässigte Tropenkrankheiten wie die Flussblindheit und die Lymphatische Filariose einzudämmen.

"Dass mit dem diesjährigen Nobelpreis für Medizin die wissenschaftlichen Leistungen im Kampf gegen vernachlässigte armutsassoziierte Tropenkrankheiten ausgezeichnet werden, gibt uns die Hoffnung, dass diese Krankheiten vielleicht in Zukunft mehr in das öffentliche Bewusstsein gelangen", erklärte Prof. Jürgen May, Vorstandssprecher des Deutschen Netzwerks gegen Vernachlässigte Tropenkrankheiten und Leiter der Arbeitsgruppe Infektionsepidemiologie am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Berlin. "Der weltweit wichtigste Forschungspreis ermutigt alle, die sich in diesem Bereich engagieren."

Die Flussblindheit und die Lymphatische Filariose, auch als Elefantiasis bekannt, gehören zu den vernachlässigten armutsassoziierten Tropenkrankheiten, auf Englisch Neglected Tropical Diseases (NTDs). Mehr als eine Milliarde Menschen sind weltweit durch diese Erkrankungen gefährdet. Kinder werden ihrer Entwicklungschancen beraubt, die Müttersterblichkeit bei infizierten Frauen ist erhöht, Erwachsene werden arbeitsunfähig. Die Krankheitslast durch NTDs ist vergleichbar der von HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria. Obwohl die Entwicklung ganzer Länder durch diese Krankheiten gebremst wird, sind ihre Folgen den meisten Menschen nicht bekannt.

Das Deutsche Netzwerk setzt sich dafür ein, mehr für den Kampf gegen vernachlässigte und armutsassoziierte Tropenkrankheiten beizutragen. Wesentliche Schritte dabei sind: der Ausbau nationaler Bekämpfungsprogramme gegen NTDs, die verstärkte Förderung von Forschung und Entwicklung von wirksamen Medikamenten, Impfstoffen und Diagnostika zur Bekämpfung von NTDs und die Unterstützung beim Ausbau der Gesundheitssysteme in ressourcenschwachen Ländern

Quelle: www.dntds.de 


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