bmzBerlin. - Anlässlich des Besuchs von Melinda Gates am Donnerstag in Deutschland hat die Bundesregierung ihre Zusage für die Initiative "Family Planning 2020" erneuert. Pünktlich zur Halbzeit der Familienplanungsinitiative sicherte Thomas Silberhorn, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, zu, dass Deutschland die Ziele der Initiative auch über die nächsten vier Jahre hinweg unterstützen wird.

Jedes Jahr, das junge Frauen dank Familienplanung die erste Schwangerschaft nach hinten verschieben können, ist für sie ein gewonnenes Jahr für Schule und Ausbildung und vergrößert die Chance, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen und den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen. Wenn Kinder Kinder bekommen, dann bedeutet das für die Mütter auch gesundheitlich ein enormes Risiko. Alle zwei Minuten stirbt in einem Entwicklungsland eine Frau infolge von Komplikationen während der Schwangerschaft oder Geburt und je jünger die Mutter, umso gefährdeter ist sie.
 Family Planning 2020 wurde auf Initiative der Bill & Melinda Gates Stiftung und der britischen Regierung 2012 ins Leben gerufen. Ziel ist es, bis 2020 in den 69 ärmsten Ländern der Welt zusätzlichen 120 Millionen Frauen Zugang zu modernen Verhütungsmitteln zu ermöglichen.


Dazu sagte Melinda Gates, die Co-Vorsitzende der Bill & Melinda Gates Stiftung: "Nur wenn Frauen selbst darüber entscheiden können, ob und wann sie Kinder bekommen möchten, werden sie ihre Zukunft selbstbestimmt gestalten und sich verwirklichen. Wir wissen heute, dass Frauen mit Zugang zu Verhütungsmitteln gesündere Kinder großziehen und dabei selbst eine bessere Gesundheit genießen, mit höherer Wahrscheinlichkeit einen Schulabschluss und ein höheres Einkommen erzielen und besser Wege aus der Armut beschreiten. Deutschlands entschiedener Einsatz, die Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln zu verbessern, ist ein großer Erfolg für Frauen und Mädchen weltweit.
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Die deutsche Zusage beinhaltet die Gesundheitsvorhaben im Rahmen der BMZ-Initiative "Selbstbestimmte Familienplanung und Müttergesundheit". Außerdem werden die deutschen Beiträge an den Internationalen Dachverband von Familienplanungsorganisationen, den VN-Bevölkerungsfonds und den Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria berücksichtigt.

Insgesamt beläuft sich das deutsche Engagement laut BMZ in diesem Bereich damit auf mindestens 514 Millionen Euro. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit arbeitet bereits seit 2008 mit der weltweit größten privaten Stiftung zusammen. Die  Zusammenarbeit umfasst die Bereiche globale Gesundheitspolitik, Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Trink- und Abwasser, Stadtentwicklung sowie den Mikrofinanzbereich.

Dazu äußert Renate Bähr, Geschäftsführerin der Stiftung Weltbevölkerung: "Ich freue mich sehr, dass die Bundesregierung das Thema Familienplanung weit oben auf der entwicklungspolitische Agenda verankert. Denn auf diesem Gebiet gibt es nach wie vor viel zu tun. Noch immer kann jede vierte Frau in Entwicklungsländern nicht verhüten, obwohl sie das gerne möchte. Jedes Jahr werden 74 Millionen Frauen und Mädchen ungewollt schwanger. Um diese dramatische Situation zu ändern, muss international dringend mehr für Familienplanung getan werden. Daher begrüße ich es, dass die Bundesregierung gemeinsam mit der Bill und Melinda Gates Stiftung Familienplanungsangebote in Entwicklungsländern ausbaut und damit Frauen und Mädchen einen Ausweg aus Armut und Not ermöglicht."

Am Rande eines Treffens von Staatssekretär Thomas Silberhorn und Melinda Gates, der Co-Vorsitzenden der Bill & Melinda Gates Stiftung, forderte eine Gruppe von ONE-Jugendbotschaftern vor dem Entwicklungsministerium mehr deutsche Mittel für den Globalen Fonds zu Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria. Sie verlangten, dass Deutschland seine jährlichen Beiträge auf 300 Millionen Euro erhöhen solle. Zuvor hatten die Aktivisten Informationsmaterial zum Globalen Fonds an die Mitarbeiter verteilt. Melinda Gates besuchte die Aktivisten und lobte ihr Engagement.

In den kommenden Wochen wird innerhalb des Entwicklungsministeriums über die Aufteilung der Mittel für das Jahr 2017 entschieden. ONE befürchtet, dass der Globale Fonds zu Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria nicht die Mittel erhalten wird, die er benötigt, um diese drei tödlichen Krankheiten bis 2030 als Epidemien zu beenden. Tobias Kahler, der Deutschland-Direktor von ONE, sagte: "Die Weltgemeinschaft hat dieses Jahr die Riesenchance, dafür zu sorgen, dass Aids, Malaria und Tuberkulose im Jahr 2030 keine Epidemien mehr sind. Doch dazu muss die Finanzierung des Globalen Fonds für die kommenden drei Jahre gesichert sein. Deutschland kann dazu viel beitragen, indem die Bundesregierung ihre Beiträge für den Globalen Fonds auf 300 Millionen Euro erhöht."

Quelle: bmz.de / weltbevoelkerung.de | one.org


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