forum fairer handelBerlin. - Mit 1,14 Milliarden Euro hat der Faire Handel in Deutschland im Jahr 2015 einen neuen Rekordumsatz erzielt. Eine Ursache dafür sind neue Käufergruppen, die zu fair gehandelten Produkten greifen. Das hat das Forum Fairer Handel, der Verband des Fairen Handels in Deutschland, anlässlich der Vorstellung seines Jahresberichtes bekanntgegeben.

Das Vertrauen der deutschen Bevölkerung in den Fairen Handel ist groß. Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher greifen beim Einkauf bewusst zu fairen Produkten, so das Forum Fairer Handel. Gegenüber 2010 verdreifachte sich der Umsatz annähernd. Die Käuferschaft fair gehandelter Produkte erhöhte sich auf 61 Prozent der Verbraucher gegenüber 49 Prozent 2013.

Eine Ursache dafür sind neue Käufergruppen: In der Vergangenheit griffen überwiegend Menschen mit höheren Einkommen und Bildungsabschlüssen zu fairen Produkten. Doch der Anteil von Verbraucher/innen mit niedrigeren Einkommen und Bildungsabschlüssen hat sich in den letzten Jahren signifikant erhöht. Das ergab eine repräsentative Verbraucherbefragung im Auftrag des Forum Fairer Handel.

"Der Faire Handel ist im Alltag der Deutschen angekommen. Gerade bei den Zielgruppen, die nicht zum klassischen Klientel des Fairen Handels gehören, hat die Nachfrage nach entsprechenden Produkten stark zugenommen", erklärte Manuel Blendin, Geschäftsführer des Forums. "Als politische Stimme des Fairen Handels in Deutschland begrüßen wir, dass immer mehr Menschen in allen gesellschaftlichen Schichten mit ihrer Konsumentscheidung zu einer menschenwürdigen und fairen Produktion unserer Alltagsgüter beitragen."

Demgegenüber werden im konventionellen Handel immer wieder schwere Verletzungen von Menschen- und Arbeitsrechten entlang globaler Lieferketten bekannt, an denen auch deutsche Unternehmen beteiligt sind. Bislang gibt es keine verbindlichen menschenrechtlichen Verpflichtungen für Unternehmen. Mit dem Nationalen Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) hat die Bundesregierung im Herbst 2016 die Chance, endlich gesetzliche Regelungen zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht im globalen Geschäftsverkehr zu beschließen.

"Aufgrund starken Widerstands aus dem Bundesfinanzministerium droht dem Aktionsplan die Herabstufung zu einer zahnlosen, auf rein freiwilliger Unternehmensverantwortung basierenden Deklaration. Dies muss verhindert werden. Die Bundeskanzlerin steht im Wort, einen substanziellen Aktionsplan vorzulegen. Dazu gehören verbindliche Regelungen", sagte Blendin. Dafür habe sich das Forum Fairer Handel mit dem Weltladen-Dachverband in der Kampagne "Mensch. Macht. Handel. Fair." eingesetzt und genieße dabei gemäß der Umfrage den Rückhalt von 83 Prozent der Bevölkerung.

Quelle: www.forum-fairer-handel.de 


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