amerika 21Brasília. - Die Reformen und geplanten Einsparungen der Regierung unter Präsident Michel Temer im Bildungsbereich stoßen in Brasilien auf immer mehr Widerstand. Für Freitag haben Schüler, Studenten und Gewerkschaften erneut einen landesweiten Aktionstag gegen den Sozial- und Bildungsabbau angekündigt. Über 1.000 staatliche Schulen und 171 höhere Bildungseinrichtungen im ganzen Land sind besetzt, berichtet das Lateinamerika-Portal amerika21.

 Die Schüler- und Studentenbewegung setzt sich für eine "kostenlose öffentliche Bildung von hoher Qualität für alle" ein und wird dabei auch von Gewerkschaften unterstützt. Die Besetzer führen den Unterricht selbständig weiter und bringen auf Versammlungen und Demonstrationen mit Tausenden Teilnehmern ihre Forderungen zum Ausdruck. Dabei geht es vor allem um eine Neuausrichtung der Bildungspolitik unter Einbeziehung der Schüler und Studenten sowie des Lehrpersonals. Die Reform der Regierung Temer soll ohne jegliche gesellschaftliche Debatte durchgesetzt werden.

Die Regierung verweigert sich der Diskussion mit den Protestierenden. Bei Räumungen von Schulen durch die Militärpolizei unter Einsatz von Tränengas und Gummigeschossen wurden mehrere Jugendliche verletzt und festgenommen, so amerika21.

Brasilien gibt pro Kopf nur einen Bruchteil dessen für Bildung aus, was die entwickelten Industrienationen aufwenden. Zwar wurden unter den Regierungen der Arbeiterpartei (PT) Schulen gebaut und neue öffentliche Hochschulen geschaffen, auch bekamen nicht privilegierte Teile der Bevölkerung Zugang zu höherer Bildung. Viele Probleme blieben jedoch ungelöst. Das Unterrichtsniveau ist oft niedrig, die Gebühren der privaten Schulen und Hochschulen sind hoch.

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Quelle: amerika21.de


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