cbm inklusive Entwicklung

Bensheim. - Die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen bietet einen Nutzen für die gesamte Gesellschaft - das gilt auch für die ärmsten Länder der Welt. Zu diesem Ergebnis kommt ein neues Fachbuch, das die Christoffel-Blindenmission (CBM) zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen (3. Dezember) veröffentlicht: "Inklusion - ein Gewinn für alle. Warum sich inklusive Entwicklungszusammenarbeit lohnt", so der Titel.

Die Publikation stützt sich auf Forschungsergebnisse und wissenschaftliche Auswertungen der renommierten London School of Hygiene & Tropical Medicine, ergänzt um viele konkrete Fallbeispiele. Das Buch zeigt vor allem eines: Investieren in Inklusion macht auch ökonomisch Sinn. Menschen mit Behinderungen, die finanziell ein unabhängiges Leben führen, verursachen geringere Kosten für die Gemeinschaft und tragen selber zur wirtschaftlichen Entwicklung bei. Sie beanspruchen ihre Familien weniger; daher haben auch die Angehörigen mehr Zeit, einem Beruf nachzugehen. Das kommt der Gesellschaft insgesamt zugute, kann die Steuereinnahmen und vor allem das Bruttosozialprodukt steigern - in Ländern niedrigen und mittleren Einkommens sogar um bis zu sieben Prozent.

"Die Regierungen können es sich nicht länger leisten, eine Milliarde Menschen mit Behinderungen weltweit zu ignorieren", betonte CBM-Geschäftsführer Dr. Rainer Brockhaus. "Sie müssen den gleichen Zugang zum Gesundheitswesen, zu Bildung und Arbeit haben wie Menschen ohne Behinderungen", fordert er. "Nur so lässt sich der Teufelskreis von Behinderung und Armut durchbrechen. Denn bei Inklusion geht es nicht um Mitleid mit Menschen mit Behinderungen, sondern um Gerechtigkeit und ökonomischen Nutzen."

ERST AUSGEGRENZT, DANN ARBEITGEBER

Wie sich Inklusion auch für andere auszahlt, zeigt das Beispiel von Someon Otieno aus Kenia. Dass er als Kind Polio hatte und seitdem gehbehindert ist, hat den 48-Jährigen aus Mombasa nicht davon abgehalten, seine Geschäftsidee umzusetzen. Dabei wollte ihm anfangs wegen seiner Behinderung niemand einen Kredit geben. Dann aber bekam Someon Otieno finanzielle Starthilfe von einem lokalen CBM-Partner. Und so blickt er heute stolz auf seinen eigenen Laden für Haushaltswaren. Damit versorgt er nicht nur seine siebenköpfige Familie, sondern bietet auch 13 Mitarbeitern ein Auskommen. Trotz solcher Erfolgsgeschichten ist Inklusion in vielen Regionen keine Selbstverständlichkeit. "Vor allem in Entwicklungsländern werden Menschen mit Behinderungen häufig diskriminiert und ausgegrenzt", erklärte Brockhaus. "Mit unserer neuen Publikation wollen wir ein stärkeres Bewusstsein für den Gewinn von Inklusion schaffen und behinderten Menschen so Chancen auf ein besseres Leben geben."

=> CBM Publikation: Inklusion - ein Gewinn für alle

Foto:: © CBM/argum/Einberger - Einst ausgegrenzt, heute Arbeitgeber: Someon Otieno aus Kenia

Quelle: cbm.de


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