oneBerlin. - Am Freitag findet die Finanzierungskonferenz der Globalen Bildungspartnerschaft (Global Partnership for Education – GPE) in Dakar (Senegal) statt. Zusammen mit anderen Entwicklungsorganisationen fordert ONE, dass Deutschland seinen jährlichen Beitrag an die GPE von derzeit neun auf 100 Millionen Euro erhöht. Dies sei ein an der deutschen Wirtschaftskraft bemessener fairer Anteil.

Franziska Perlick, politische Referentin von ONE, sagte: "Wir erleben derzeit eine globale Bildungskrise. Obwohl die junge Bevölkerung vor allem in Afrika rasch wächst, sinkt der Anteil der globalen Entwicklungshilfe (ODA), der in Bildung investiert wird. Derzeit haben 130 Millionen Mädchen keinen Zugang zu Bildung. Gerade in den ärmsten Ländern haben sie es besonders schwer. In Subsahara-Afrika alleine besuchen sechs Millionen mehr Mädchen keine Schule als Jungen. Bei Mädchen, die keine Schule besuchen, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie früh verheiratet werden, sich mit Krankheiten wie HIV anstecken und jünger sterben. Gleichzeitig haben Mädchen und Frauen das größte Potential, Armut zu beenden – wenn man sie lässt."

Um der weltweiten Bildungskrise entgegenzutreten, richten der senegalesische Präsident Macky Sall und sein französischer Amtskollege Emmanuel Macron am 2. Februar die Finanzierungskonferenz der Globalen Bildungspartnerschaft (GPE) in Dakar aus. Die GPE hat sich zum Ziel gesetzt, die Bildungssysteme in den ärmsten Ländern zu verbessern, um insbesondere Kindern, die am stärksten von Armut und Konflikten betroffen sind, den Zugang zu hochwertiger Bildung zu ermöglichen.

Seit 2002 sei der Anteil der Bildungsausgaben an der globalen Entwicklungshilfe (ODA – Official Development Assistance) von 13 auf zehn Prozent gesunken, während die ODA-Gesamtausgaben gestiegen seien, kritisierte ONE. Laut neuer Analysen von ONE kostet der Mangel an hochwertiger Bildung in Entwicklungsländern täglich 2.800 Menschen das Leben. Die Vorteile für Bildungsinvestitionen seien enorm, insbesondere, wenn Mädchen gestärkt werden. Entwicklungsländern entgingen täglich mindestens 308 Millionen US-Dollar dadurch, dass sie Mädchen nicht den gleichen Zugang zu Bildung ermöglichen wie Jungen.

"Scheitern wir in Dakar, wird es uns sehr teuer zu stehen kommen", erklärte Gayle Smith, Präsidentin von ONE. "Die Kosten für Millionen Kinder auf der Welt, die Weltwirtschaft, globale Stabilität und die Stärkung von Frauen wären einfach zu hoch. Wenn die Staats- und Regierungsoberhäupter in Dakar allerdings entschieden handeln, können wir alle davon profitieren – sowohl bei Gesundheit und Wohlstand als auch bei Sicherheit."

Viele afrikanische Staaten führen bereits notwendige Reformen im Bildungsbereich durch und visieren zudem das Ziel an, 20 Prozent ihrer Haushalte für Bildung aufzuwenden. Die afrikanische Bevölkerung wird sich bis 2050 auf 2,5 Milliarden Menschen verdoppeln. Davon wird die Hälfte unter 25 Jahre alt sein. Der Bevölkerungsboom könne die Grundlage für eine demografische Dividende werden. Dazu seien Investitionen in die Bildung und Jugend unabdingbar, so ONE.

Quelle: www.one.org 


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