KindersoldatenBerlin/Göttingen (epo). - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat am Freitag gefordert, die Debatte um einen möglichen Kongo-Einsatz der Bundeswehr zu versachlichen. "Politiker und Vertreter des Bundeswehrverbandes schüren unnötig Ängste, wenn sie vor einer möglichen Konfrontation deutscher Soldaten mit Kindersoldaten im Kongo warnen", sagte GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius. Wer dieses Argument benutze, verkenne offenkundig die Geographie und militärische Lage im Kongo.

"Kindersoldaten kämpfen im Osten des Kongo, beraten wird jedoch ausdrücklich über einen Bundeswehr-Einsatz in der Hauptstadt Kinshasa. "Das ist, als wenn über das Nordkap geredet wird, um einen Einsatz in Sizilien zu verhindern. Wenn denn so sehr eine Konfrontation der Bundeswehr mit Kindersoldaten befürchtet wird, so ist es umso erstaunlicher, dass die 8.000 in Afghanistan kämpfenden Kindersoldaten niemals Thema bei der Diskussion des Afghanistan- Einsatzes waren."

Delius erinnerte daran, dass nirgendwo in der Welt seit dem Zweiten Weltkrieg mehr Menschen eines gewaltsamen Todes gestorben seien als im Kongo. 4,5 Millionen Menschen in dem zentralafrikanischen Land seien durch Krieg, Hunger und Vertreibung in den letzten Jahren umgekommen.

Um das Sterben zu beenden, müsse der Kongo unbedingt stabilisiert werden, forderte Delius. Die Wahlen, um deren Absicherung durch EU- Truppen nun gestritten werde, seien ein wichtiger Schritt, um mehr Frieden und Menschenrechte im Kongo durchzusetzen.

 Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)


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