logo DEGKöln. - In Peru und Bolivien verunglücken jedes Jahr viele Menschen im Straßenverkehr, etwa in Folge von Busunfällen. Ein professioneller Rettungsdienst, gemessen an internationalen Standards, fehlt jedoch in beiden Ländern. Hier setzt ein gemeinsames Vorhaben der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) und der medDV GmbH an, einem Anbieter von Systemlösungen für das Rettungswesen. Es zielt darauf ab, die Rettungsdienste in Peru und Bolivien strukturell zu verbessern. Dazu gehören der Aufbau von zentralen Rettungsleitstellen sowie die Einführung zertifizierter Lehrgänge zur Qualifizierung von Rettungsdienstfachkräften.

Weitere private Partner sind die Steinbeis Hochschule GmbH, AIRBUS Helicopters Deutschland GmbH und die GS Elektromedizinische Geräte G. Stemple GmbH. Zusammen investieren sie rund 1,28 Mio. EUR in das Vorhaben. Die DEG steuert rund 1,27 Mio. EUR aus Mitteln des develoPPP.de-Programms des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bei.

Aktuell erarbeiten die Partner, darunter auch Experten des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin der Universität Tübingen, gemeinsam mit lokalen Ärzten ein Konzept zur Re-Organisation des Rettungsdienstes und der Katastrophenhilfe in Peru und Bolivien. Es soll als Grundlage zur Diskussion von Gesetzesänderungen in den betroffenen Bereichen dienen. In der peruanischen Hauptstadt Lima ist zudem eine modellhafte zentrale Rettungsleitstelle mit telemedizinischen Beratungssystemen vorgesehen, die die Notfallversorgung auch in entlegenen Regionen verbessern soll. So soll ein dort stationierter Rettungshubschrauber die Gebiete versorgen, in denen sich häufig schwere Unfälle ereignen.

Die 2003 gegründete medDV GmbH hat 2016 als erster Anbieter für Systemlösungen im Rettungswesen in Deutschland eine Zertifizierung nach der Qualitätsmanagement-Norm ISO 9001 erhalten. Auch die international führende Norm für Informationssicherheits-Managementsysteme erfüllt das Unternehmen. Mit dem Engagement in Peru und Bolivien möchte medDV dazu beitragen, das Rettungswesen in beiden Ländern zu professionalisieren. Als wissenschaftlicher Partner hat die Steinbeis Hochschule GmbH Kooperationen mit nationalen Universitäten geschlossen, um den Beruf des Notfallsanitäters in Peru und Bolivien zu etablieren.

Das für drei Jahre angesetzte Vorhaben schafft laut DEG neue berufliche Perspektiven im Gesundheitswesen der beteiligten Länder und mindert die Auswirkungen von Verkehrsunfällen. Den Abschluss sollen Fachkonferenzen in Lima und Santa Cruz bilden. Dort werden die Ergebnisse einem breiten Fachpublikum und der Politik vorgestellt und die Öffentlichkeit über die neuen Organisationsformen der Notfallhilfe informiert.

Quelle: www.deginvest.de 


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