WWFMexico City/New York (epo). - Der Beratungsausschuss des Generalsekretärs der Vereinten Nationen zu Wasser und sanitärer Grundversorgung (UNSGAB) hat anlässlich des Weltwassertages am 22. März einen neuen Aktionsplan vorgestellt, der erstmals konkrete Schritte zur Überwindung der drängenden globalen Wasserkrise aufzeigen soll. Wie die Vizevorsitzende des Ausschusses, die Grünen-Bundestagsabgeordnetet Uschi Eid erklärte, wird der Bericht beim 4. Weltwasserforum in Mexiko City offiziell vorgestellt.

Im UNSGAB-Aktionsplan identifizieren Experten aus Regierung, Wirtschaft, Wissenschaft und Nichtregierungsorganisationen sechs strategisch wichtige Kernbereiche, in denen Durchbrüche erzielt werden sollen: bei der Finanzierung, bei der Verbesserung von Problemlösungskapazitäten der Wasserversorger, bei der sanitären Grundversorgung, bei dem für die politische Steuerung unabdingbaren Monitoring, beim grenzüberschreitenden Wasserressourcen-Management und bei Maßnahmen zur Eindämmung wasserbezogener Katastrophen. Der Aktionsplan soll alle jene, die Verantwortung tragen, zum Handeln mobilisieren und ihnen dazu zielgerichtete Schritte und konkrete Aufgaben aufzeigen.

Uschi EidAngesprochen sind Eid (Foto) zufolge dabei besonders die nationalen, regionalen und lokalen Regierungen in Entwicklungsländern, die Organisationsfamilie der Vereinten Nationen und  Geberorganisationen wie die Weltbank oder die Afrikanische Entwicklungsbank. So sei es zum Beispiel dringend erforderlich, dass die Regierungen von Entwicklungsländern endlich noch fehlende eigene nationale Wasser- und Abwasserpolitiken formulieren, ihre Wasserregulierungsbehörden auf- und ausbauen und die Rahmenbedingungen für Investitionen in den Wasserbereich verbessern.

Dabei sollen die Industrieländer die ärmeren Länder des Südens  unterstützen. Zudem sollte die sanitäre Versorgung gleichberechtigt neben der Wasserversorgung stehen und 50 Prozent der in diesem Bereich investierten Finanzmittel erhalten. Auch die deutsche Bundesregierung wurde dazu aufgerufen, "keine Zeit zu verlieren und diese Empfehlung umzusetzen".

"Die Zeit ist reif zu handeln", sagte Uschi Eid. "Schnelle Fortschritte sind dringend erforderlich. Denn schon vor Jahren hat die Weltgemeinschaft nach intensiver internationaler Konferenzdiplomatie die drängenden entwicklungs-, umwelt- und sicherheitspolitischen Probleme erkannt, die mit der Wasserfrage verbunden sind, und zu deren Lösung aufgerufen."

Nun müsse die Staatengemeinschaft in eine neue Phase verstärkter  gemeinsamer Anstrengungen eintreten, forderte Eid. "Denn nur so können wir das ehrgeizige Millenniumsentwicklungsziel der internationalen Staatengemeinschaft erreichen, bis zum Jahr 2015 die Zahl der Menschen zu halbieren, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und zu sanitärer Grundversorgung haben."

UNSGAB
4th World Water Forum
Bündnis 90/DIE GRÜNEN


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