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oxfamBerlin. - Gravierende Verstöße gegen die Menschenrechte unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge finden an der Grenze zwischen Italien und Frankreich statt. Diesen Vorwurf erhebt die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam in dem Bericht "Nowhere but Out". Der Bericht zeigt ferner, wie schutzbedürftige Flüchtlinge und andere MigrantInnen durch das überlastete italienische Asylsystem in Gefahr geraten. 

Oxfam kritisiert auch die in Deutschland diskutierte Abweisung von Geflüchteten an deutschen Grenzen. Nötig sei stattdessen eine gerechtere und am Wohl der Betroffenen orientierte Verteilung von Asylsuchenden in Europa.

Oxfam hat Aussagen von Kindern dokumentiert, die berichteten, von französischen Beamten körperlich und verbal misshandelt und über Nacht in Gefängniszellen ohne Essen, Trinken oder Decken sowie ohne Zugang zu offiziellen Betreuungspersonen festgesetzt worden zu sein. Häufig fälschten Polizisten zudem die Papiere und Aussagen von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, um sie älter erscheinen zu lassen, oder um den Anschein zu erwecken, dass sie freiwillig zurückkehren möchten. Anschließend würden sie den Zeugenaussagen zufolge in Züge zurück nach Italien gesetzt. All dies verstoße gegen französisches und EU-Recht, so Oxfam.

"Kinder, Frauen und Männer, die vor Verfolgung und Krieg flüchten, dürfen nicht auch noch von Beamten in Frankreich und Italien misshandelt werden", erklärte Elisa Bacciotti, Kampagnenleiterin von Oxfam Italien. "Allzu oft treibt der Mangel an grundlegender Versorgung und Beratung in den italienischen Aufnahmeeinrichtungen Geflüchtete in gefährliche Situationen. Not leidende Menschen, die häufig lediglich in ein anderes Land gelangen möchten, wo bereits ihre Verwandten leben, dürfen nicht derartig schikaniert werden."

Die einzige Aufnahmeeinrichtung in der Nähe der Grenze bei Ventimiglia, Camp Roja, hat laut Oxfam zu wenig Plätze und weist gravierende hygienische Mängel auf. Massive Polizeipräsenz am Eingang und die vorgeschriebene Abnahme von Fingerabdrücken übten auf Geflüchtete eine abschreckende Wirkung aus. Unbegleitete Minderjährige könnten nicht angemessen untergebracht werden. In der Folge kampierten viele Menschen lieber unter einer Autobahnbrücke, wo sie unter extrem unsicheren und unhygienischen Bedingungen lebten. Ihre Zelte oder notdürftig aus Kartons errichteten Behausungen würden regelmäßig auf Anordnung der örtlichen Behörden zerstört.

Robert Lindner, Referent für Krisen und Konflikte bei Oxfam Deutschland, sagte: "Angesichts der katastrophalen Lage von Migranten in Italien und in anderen europäischen Transit- und Aufnahmestaaten verbietet sich die aktuell diskutierte Zurückweisung von Geflüchteten an deutschen Grenzen. Es darf keine Einschränkungen beim Schutz von Menschen geben, die vor Verfolgung und Krieg fliehen. Hierzu braucht es dringend eine gerechtere und am Wohl der Asylsuchenden orientierte Regelung für ihre Aufnahme innerhalb der EU."

Quelle: www.oxfam.de 


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