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misereorAachen. - Anlässlich der Wahlen in Afghanistan am 20. Oktober hat MISEREOR einen kategorischen Abschiebestopp von geflüchteten Afghanen gefordert. "Die Sicherheitslage und die Armutssituation in Afghanistan sind seit Jahren katastrophal und verschlimmern sich täglich. Abschiebungen in das bürgerkriegsgeschüttelte Land, wo die Taliban wiedererstarkt sind und es immer wieder zu Gewalt und fürchterlichen Bombenanschlägen kommt, sind aus menschenrechtlicher Perspektive höchst problematisch", erklärte MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel.

Projektpartner von MISEREOR in Afghanistan berichteten von Versorgungsengpässen in Krankenhäusern. Laut einem UN-Bericht erreichte im ersten Halbjahr die Zahl der bei Konflikten in Afghanistan getöteten Zivilisten mit fast 1.700 den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen. Da die Taliban zum Wahlboykott aufrufen, sei zu befürchten, dass es im Zuge der Wahl zu Gewalt kommt, um die Bürger und Bürgerinnen an der Wahl zu hindern. Während Finnland den neuen UNHCR-Bericht zum Anlass für einen Abschiebungsstopp genommen habe, sei es noch Anfang Oktober zu einem Abschiebeflug nach Afghanistan von Niedersachsen aus gekommen, kritisierte MISEREOR.

"Unsere Partner berichten von einer sehr prekären medizinischen Versorgungslage für besonders arme Patienten, von denen es immer mehr im Lande gibt, auch weil viele Afghanen aus Iran und Pakistan gezwungen sind, nach Afghanistan zurückzukehren. Statt Menschen angesichts dieser Lage nach Afghanistan abzuschieben, muss die Bundesregierung verstärkt auf Integration hier in Deutschland setzen. Eine Verbesserung der Lage in Afghanistan ist auch nach den Wahlen auf längere Sicht hin nicht zu erwarten", sagte Spiegel.

Quelle: www.misereor.de 


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