pro wildlifeMünchen. - Der Verkauf von Zebrafleisch beim Discounter Netto hat eine Diskussion über den Verkauf von exotischem Wildfleisch entfacht. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife warnte Handel und Verbraucher vor solchen Angeboten. "Das Fleisch stammt in aller Regel von Tieren aus freier Natur, die meisten Wildtierbestände sind aufgrund von Wilderei und Lebensraumverlust bereits rückläufig. Der Trend zu exotischem Fleisch von Tieren aus weit entfernten Ländern ist sehr bedenklich", sagte Daniela Freyer von Pro Wildlife.

Das in Discountern angebotene Zebrafleisch stamme vermutlich von Steppenzebras, so Pro Wildlife. Die Bestände seien zwischen 2002 und 2016 um 24 Prozent zurückgegangen, die Art gelte deshalb auf der Roten Liste als potentiell gefährdet und stehe bereits an der Grenze zur Gefährdung. In drei Ländern ist das Steppenzebra bereits ausgestorben.

Als Hauptbedrohung gilt die Jagd, vor allem für den Handel mit Fellen, aber auch für Fleisch. Die beiden anderen Zebraarten, Grevy- und Bergzebra, sind sogar stark gefährdet. "Den kommerziellen internationalen Handel mit Luxusprodukten von Wildtieren anzukurbeln, deren Bestände ohnehin stark rückläufig sind, ist unverantwortlich und kontraproduktiv für den Artenschutz", so Freyer.

Seit Jahren boomt der Verkauf von exotischem Wildfleisch, darunter Schlange, Krokodil, Antilope, Bison oder Strauß. Vor allem Känguru wird häufig angeboten. Mindestens 1,5 Millionen Kängurus werden in Australien jedes Jahr erschossen, um sie zu Steaks, Tierfutter und Luxusleder zu verarbeiten. Sie stammen nicht aus Zuchtfarmen, sondern aus freier Natur. Deutschland ist weltweit der drittgrößte Importeur.

Pro Wildlife fordert Discounter, Futtermittel- und Sporthersteller dringend auf, Känguru und andere exotische Wildprodukte aus dem Verkauf zu nehmen. Australische Farmer und die fleischverarbeitende Industrie behaupten, es gäbe zu viele Kängurus; doch das Gegenteil sei der Fall: Experten warnen vor dem Verschwinden der australischen Symboltiere in Teilen des Kontinents. Die seit Millionen Jahren in Australien heimischen Tiere wurden seit Ankunft europäischer Siedler vor 200 Jahren erbarmungslos verfolgt und dezimiert, weil sie als Konkurrenten zur Schaf- und Rinderhaltung gelten.

Hinzu kommt laut Pro Wildlife, dass es in vielen Ländern für die Jagd kaum Tierschutzbestimmungen bzw. -kontrollen gibt. "Hunderttausende Wildtiere sterben einen langsamen, qualvollen Tod, damit sie in Europa als Delikatesse verkauft werden können. Die Grausamkeit der Jagd auf Australiens Kängurus ist beispielsweise gut dokumentiert. Hinzu kommt, dass die Jagd oft hilflose Jungtiere zurück lässt und dem Hungertod aussetzt und Herdenstrukturen zerstört.

Quelle: www.prowildlife.de 


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