cbmBensheim. - Weltweit gibt es mehr als eine Milliarde Menschen mit Behinderungen. Die meisten von ihnen leben in Entwicklungsländern. Viele von ihnen sind aufgrund ihrer Behingerung von Bildung, Erwerbstätigkeit und medizinischer Hilfe ausgeschlossen. Darauf hat die Christoffel-Blindenmission (CBM) anlässlich des Welttages der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember aufmerksam gemacht.

"Vor allem in Entwicklungsländern sind Menschen mit Behinderungen ausgegrenzt", erklärte CBM-Vorstand Rainer Brockhaus. "Sie haben kaum Zugang zu Bildung und später zu einer Erwerbstätigkeit. Auch medizinische Hilfe können sie oftmals nicht in Anspruch nehmen. Es drohen Armut und weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen."

Aus Sicht der CBM macht Deutschland viel zu wenig, um das zu ändern: Die staatliche Entwicklungszusammenarbeit gehe an Menschen mit Behinderungen oft vorbei. Damit würden sie immer weiter abgehängt.

Die Gründe für ihre Ausgrenzung sind vielfältig, so die CBM. Es fehlt an barrierefreien Schulen oder Gesundheitsstationen. Viele behinderte Menschen in den ärmsten Regionen haben kein Geld für dringend benötigte Medikamente. Lehrkräfte sind nicht ausgebildet, um Kinder mit Behinderungen zu unterrichten. Es gibt kaum Informationen in Braille-Schrift und viel zu wenige Gebärdendolmetscher. Arbeitgeber halten behinderte Menschen für nicht leistungsfähig und geben ihnen keinen Job. So haben sie kaum Chancen auf eine gleichberechtigte Teilhabe am Leben.

Auch die deutsche Regierung sei gefordert, erklärte die CBM. Obwohl 15 Prozent der Weltbevölkerung eine Behinderung haben, würden sie derzeit von nur rund sechs Prozent der staatlichen Entwicklungsprojekte berücksichtigt. Spezielle Budgets für Inklusion gebe es im zuständigen Ministerium gar nicht. Brockhaus: "Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit muss Menschen mit Behinderungen als die größte Minderheit der Welt endlich stärker in den Blick nehmen. Budgets und Anzahl der Projekte müssen ihrem Anteil an der Weltbevölkerung entsprechen - also 15 Prozent des Gesamtvolumens erreichen. Nur so schaffen wir es, dass Menschen mit Behinderungen die gleichen Chancen und Zugänge haben wie alle anderen Menschen auf der Welt."

Quelle: www.cbm.de 


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