Berlin. - Das Corona-Virus breitoenz 100t sich weltweit immer weiter aus. Besonders die Menschen im Globalen Süden sind den Auswirkungen des Virus oftmals schutzlos ausgeliefert. Die meisten afrikanischen Länder verfügten über kaum leistungsfähige und meist unterfinanzierte Gesundheitssysteme und seien einer Pandemie größeren Ausmaßes kaum gewachsen, befürchtet das Ökumenische Netz Zentralafrika (ÖNZ). In Krisenherden wie in der zentralafrikanischen Region der Großen Seen würden die Auswirkungen der Pandemie verheerend sein, wenn jetzt nicht sofort umfangreiche internationale Unterstützung einsetze.

"Globale Solidarität bedeutet, dass wir uns nicht nur mit den Folgen der Corona-Krise vor der eigenen Haustür beschäftigen. Wir müssen uns auch den Menschen in Krisenregionen wie in der DR Kongo, Burundi und Ruanda zuwenden. Dies ist die Stunde der humanitären Hilfe. Es kommt auf sofortiges Handeln der deutschen und europäischen Politik an", erklärte ÖNZ-Koordinatorin Gesine Ames. "Sollte sich das Virus in fragilen Ländern weiter ausbreiten, drohen dort weitaus verheerendere Folgen als bei uns. Die benötigten Ressourcen, der Ausbreitung entgegenzuwirken und notwendige Maßnahmen zu ergreifen, sind ohnehin viel knapper als bei uns."

Viele Menschen im Globalen Süden sind mit infrastrukturellen Problemen wie dem fehlenden Zugang zu Wasser, Sanitäreinrichtungen, Nahrungsmitteln und Elektrizität konfrontiert. Probleme, die angesichts der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus für die Betroffenen vielerorts eskalieren.

Deswegen appelliert das ÖNZ an die Bundesregierung, sich bei der Europäischen Union und internationaler Institutionen neben der Aufstockung der finanziellen Mittel für die Eindämmung des Corona-Virus für folgende Maßnahmen einzusetzen:

Die Bereitstellung von Gütern wie Schutzausrüstungen, Masken, Kittel, Beatmungsgeräte und anderer Hilfsmittel, welche in den Ländern noch dringender als bei uns benötigt werden.
Der Erlass bestehender Kredite und Auslandsschulden für afrikanische Länder. Ein geordnetes (Teil-)Umschuldungsverfahren, aber wenigstens ein zinsfreies Schuldenmoratorium kann bei einem guten Monitoring dazu beitragen, dass diese Gelder für die Gesundheitsinfrastruktur und Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung verwendet werden.

Besonders vulnerabel sind Menschen auf der Flucht, so das ÖNZ. Die internen Fluchtzahlen in der Großen Seen Region sind seit Beginn des Jahres weiter angestiegen. Die DR Kongo zählt rund fünf Millionen Geflüchtete, die oftmals unter menschenunwürdigen Bedingungen in Camps leben. Auch die über 300.000 burundischen Geflüchteten leben unter drastischen Bedingungen in Lagern in den Nachbarstaaten. Zwar hat das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen Präventivmaßnahmen in einigen Camps für Binnenvertriebene und Flüchtlinge eingeführt, diese müssen jedoch dringend auf alle Standorte ausgeweitet werden. COVID-19 könnte gerade Vertriebene einem erhöhten Sterberisiko aussetzen, sollte das Virus die Lager erreichen.

"Wir begrüßen den Vorschlag Norwegens, einen UN-Solidaritätsfonds einzurichten, um die Länder mit schwächeren Gesundheitssystemen zu unterstützen", sagte Ames. "Bundesminister Müller hat Sofortmittel für Partnerländer von mehr als 20 Millionen Euro bereitgestellt, um Covid-19 zu erkennen, einzudämmen oder zu vermeiden. Dies ist ein erster Schritt. Es ist dringend notwendig, dass konkrete Zusagen auch für weitere Länder folgen. Das Ziel muss sein, insbesondere die Schwächsten der Gesellschaft mit ihren medizinischen und wirtschaftlichen Problemen nicht allein zu lassen. Zudem darf die Krise in den drei Ländern und darüber hinaus nicht als Legitimation dienen, Menschenrechte und Demokratie einzuschränken."

Das ÖNZ ist ein Netzwerk christlicher Hilfswerke in Deutschland für Frieden und Menschenrechte in Burundi, der DR Kongo und Ruanda. Mitglieder des ÖNZ sind AGIAMONDO, Brot für die Welt, Eirene, Misereor, pax christi und die Vereinte Evangelische Mission.

Quelle: www.oenz.de 


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