careBonn. - Am Dienstag (2. Juni) findet eine virtuelle Geberkonferenz für den Jemen statt. Zu diesem Anlass hat die internationale Hilfsorganisation CARE die deutsche Bundesregierung dazu aufgefordert, ein klares Signal dafür zu setzen, dass die internationale Gemeinschaft die notleidenden Menschen im Jemen nicht alleine lässt. Dafür müssten die Hilfsleistungen mindestens in gleicher Höhe beibehalten werden. Angesichts der aktuellen Covid-19-Pandemie sollten zudem zusätzliche Gelder für den Kampf gegen den Virus bereitgestellt werden.

80 Prozent der jemenitischen Bevölkerung (24,1 Millionen Menschen) sind derzeit auf humanitäre Hilfe angewiesen, so CARE. "Bereits vor Ausbreitung von Covid-19 war die Situation im Jemen die schwerste humanitäre Krise der Welt", sagte Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von CARE Deutschland. "Neben Krieg, Hunger und Cholera befindet sich das Land jetzt auch noch im Würgegriff einer weltweiten Pandemie. Die medizinische und sanitäre Versorgung im Jemen ist fast komplett zerstört. Die Menschen im Land können es sich nicht leisten, sich durch Ausgangssperren und Kontaktverbote vor einer Ansteckung zu schützen, sie müssen ihre Häuser verlassen, um Geld zum Überleben zu verdienen. Ihnen muss gerade jetzt geholfen werden, mit Nahrungsmitteln, medizinischer Versorgung und dem Aufbau von sanitären Einrichtungen - dafür braucht es Geld."

Derzeit sind für den Jemen 278 Covid-19-Fälle gemeldet. Doch 57 bestätigte Covid-19-Todesopfer weisen darauf hin, dass es bereits deutlich mehr Virusinfizierte geben könnte als offiziell bestätigt. Eine zeitnahe Finanzierung von Aktivitäten zur Verhinderung, Eindämmung sowie der Abschwächung der Covid-19-Ausbreitung ist aus der Sicht von CARE daher dringend notwendig. Ferner müsse auf die Kriegsparteien im Jemen weiter Druck ausgeübt werden, damit sie unverzüglich einen landesweiten Waffenstilland als ersten Schritt zu einem nachhaltigen Frieden in Kraft setzen.

Quelle: www.care.de 


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