gfbvGöttingen. - Nach einem Massaker an Geflüchteten in Darfur hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) über eine massive Zunahme von Menschenrechtsverletzungen und Gewalt in der sudanesischen Region berichtet. "Wir verfolgen mit großer Sorge, dass im Juli 2020 Übergriffe auf Geflüchtete und ihre Rechtsberatungsteams in Darfur deutlich zugenommen haben. Auch 17 Jahre nach Beginn des Völkermords kommt die Region nicht zur Ruhe", erklärte GfbV-Direktor Ulrich Delius in Göttingen.

Die GfbV forderte die Aufklärung eines Massakers in der Provinz Süd-Darfur, bei dem am letzten Donnerstag mindestens 20 Menschen getötet wurden, wie nun bekannt wurde. Der Überfall galt einer Gruppe von Geflüchteten, die erst kurz zuvor auf ihr traditionelles Land zurückgekehrt waren, von dem sie während des Genozids vertrieben worden waren. Bei dem Angriff wurden auch zwei Frauen und mehrere Kinder getötet, mindestens 25 Personen wurden verletzt. Schwer bewaffnete Kamelreiter überfielen die Rückkehrer in dem rund hundert Kilometer südlich der Provinzhauptstadt Nyala gelegenen Dorf Abdos, so die GfbV.

"Für den auch von Deutschland unterstützten Wiederaufbau in Darfur ist dies ein schwerer Rückschlag. Denn die Botschaft an die freiwillig zurückkehrenden Flüchtlinge ist klar. Für sie gibt es keine Sicherheit in Darfur", sagte Delius. Milizen und kriminelle Banden kontrollierten nun das Land der Geflüchteten. Sie hielten sich nicht an ein kürzlich vereinbartes Abkommen, in dem sie den Rückkehrern Schutz zusicherten.

Erst am 13. Juli 2020 waren zehn Darfuris bei der Erstürmung eines Protestcamps In Fata Borno (Provinz Nord-Darfur) getötet worden. Auch wurden in dem Monat 32 Darfur-Aktivisten und Mitarbeitende in Rechtsberatungsteams festgenommen.

"Gewalt und Menschenrechtsverletzungen schüren bei den Überlebenden die Traumatisierung und den Eindruck, dass es für sie keine Gerechtigkeit gibt", warnte Delius. Dringend müsse der Schutz der Zivilbevölkerung gesichert werden, forderte die Menschenrechtsorganisation. Denn ohne Sicherheit gebe es keinen wirksamen Wiederaufbau.

Quelle: www.gfbv.de 


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