behBerlin. - Syrien erlebt die schlimmste Hungerkrise seit dem Kriegsbeginn im Jahr 2011. Die Corona-Pandemie hat die prekäre Situation weiter verschärft. Bündnis Entwicklung Hilft fordert politische Lösungen der internationalen Staatengemeinschaft und den ungehinderten humanitären Zugang. Die geflüchteten Menschen müssten bei der Verteilung der Impfdosen gegen das Coronavirus unbedingt berücksichtigt werden.

Was 2011 mit Demonstrationen gegen die Regierung begann, endete in einem brutalen Krieg, der bis heute mit dramatischen Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung anhält. 13 Millionen Menschen sind aktuell auf humanitäre Hilfe angewiesen, sie leiden Hunger und leben in notdürftigen Behausungen ohne Zugang zu Wasser und Strom. Eine ganze Generation von Mädchen und Jungen kennt nur das Leben im Krieg und wächst ohne ausreichende Nahrung, Sicherheit und adäquate Bildung auf. Vor allem Mädchen und junge Frauen sind zunehmenden Risiken von sexualisierter, geschlechtsspezifischer sowie häuslicher Gewalt ausgesetzt.

"Auch nach zehn Jahren erfolgloser Friedensverhandlungen dürfen wir den Krieg in Syrien weder akzeptieren noch dürfen die dramatischen tagtäglichen Folgen für die Menschen in Vergessenheit geraten", mahnte Peter Mucke, Geschäftsführer von Bündnis Entwicklung Hilft. "Wir müssen weiterhin an die Situation vor Ort erinnern und Druck für politische Lösungen ausüben. Es braucht endlich wieder echte Zukunftsperspektiven für die vom Krieg betroffenen Menschen."

Solange keine politische Lösung gefunden ist, muss zumindest die humanitäre Hilfe ungehindert möglich sein. Durch eine Entscheidung des UN-Sicherheitsrates ist die Zahl der Grenzübergänge für humanitäre Hilfslieferungen aus dem Ausland seit Monaten reduziert. Bündnis Entwicklung Hilft forderte die Bundesregierung und die Europäische Union auf, innerhalb der Vereinten Nationen weitere Grenzöffnungen für humanitäre Akteure durchzusetzen und somit den ungehinderten Zugang zu den Menschen in Not zu ermöglichen.

Die Corona-Pandemie hat die ohnehin verheerende gesundheitliche und wirtschaftliche Lage in Syrien im Verlauf des letzten Jahres noch weiter verschärft. Nur etwa die Hälfte aller Gesundheitseinrichtungen ist noch in Betrieb. "Die Folgen einer Ausbreitung von gefährlicheren Virusvarianten in Syrien und den Geflüchtetencamps in den Nachbarländern wären katastrophal", warnte Mucke. "Die akute Not vieler Syrer:innen überschattet selbst das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Sie müssen schlicht die Existenz ihrer Familien sichern."

Quelle: www.entwicklung-hilft.de 


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