oneBerlin. - Die Entwicklungsorganisation ONE hat die Entscheidung der G20 begrüßt, das bestehende Schuldenmoratorium für 45 Länder bis Ende 2021 zu verlängern und die Vergabe von Sonderziehungsrechten (SZR) innerhalb des Internationalen Währungsfonds in Höhe von 650 Milliarden US-Dollar zu unterstützen. Beide Maßnahmen trügen dazu bei, die Liquiditätskrise insbesondere in den ärmeren Ländern der Welt zu mildern. So könnten diese Länder ihre Sozial- und Gesundheitsausgaben zur Bewältigung der Coronakrise erhöhen.

"Der Schuldenstopp gibt insbesondere den Ländern, die stark von Armut betroffen sind, zumindest kurzfristig mehr Spielraum", sagte Karoline Lerche, Interims-Direktorin der Entwicklungsorganisation ONE Deutschland. "Sie sollten nicht vor der Entscheidung stehen müssen, entweder Schulden zurückzuzahlen oder Menschenleben zu retten. Die Vereinbarung ist aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein im Vergleich zu der Finanzierungslücke, mit der die ärmsten Länder der Welt konfrontiert sind."

Mit Blick auf die angedachte Neuvergabe von Sonderziehungsrechten erklärte Lerche: "Dass die G20 eine Neuvergabe von Sonderziehungsrechten unterstützen, ist ein großartiger erster Schritt, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie überall auf der Welt abmildern zu können. Es reicht allerdings nicht, sich nur für die Ziehung von Sonderziehungsrechten einzusetzen. Die G20-Staaten müssen sich auch dafür stark machen, dass die reicheren Länder einen Teil ihrer Sonderziehungsrechte den ärmeren überlassen, damit diese sich besser gegen die Pandemie und ihre Folgen stemmen können."

Die beschlossene Verlängerung des Schuldenmoratoriums ermöglicht Ländern, die besonders stark von Armut betroffen sind, weitere Rückzahlungen von 9,9 Milliarden US-Dollar an Gläubigerstaaten zu stunden. Die freigewordenen Ressourcen sollen Investitionen in die Gesundheitsversorgung, die Unterstützung der Menschen, die durch die Pandemie ohne Mittel dastehen, sowie die Unterstützung der einheimischen Wirtschaft ermöglichen.

Schrumpfende ausländische Investitionen und Rücküberweisungen sowie eine durch die Pandemie verschärfte Liquiditätskrise haben in Afrika zu einer Finanzierungslücke in Höhe von 345 Milliarden US-Dollar geführt.

Quelle: www.one.org 


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