cbmBensheim. - Zum Weltbauerntag am 1. Juni macht die Christoffel-Blindenmission (CBM) auf das Potenzial von Menschen mit Behinderungen in der Landwirtschaft aufmerksam. Am Beispiel der 22-jährigen Djata Syla aus Burkina Faso wird deutlich, wie wichtig eine berufliche Perspektive ist. Djata hat in einem Projekt der CBM gelernt, Gewürze herzustellen und sich dadurch aus der sozialen Isolation befreit. Daneben leistet sie auch einen wichtigen Beitrag für Nachhaltigkeit und gegen den Klimawandel.

In Djata Sylas Kooperative wird eifrig entkörnt, gestampft und gekocht. Die Frauen aus Burkina Faso verarbeiten den Samen des Baumes Neré zu "Soumbala", einem Gewürz, das beinahe jedem Essen in der Region eine besondere Note verleiht. Wie das funktioniert – das haben sie in einem Projekt der Christoffel-Blindenmission (CBM) gelernt. Während die 22-jährige Djata Syla die verdorbenen Samen aussortiert und schält, stampfen die anderen Frauen die körnige Masse in einem großen Fass energisch mit langen Holzstäben. Später wird das "Soumbala" fermentiert und zu runden Kugeln geformt. Als die sehr viel nährstoffreichere Variante des Brühwürfels verkaufen sie es dann auf dem lokalen Markt.

Djata Syla ist stolz, Teil dieser Frauenkooperative zu sein. 122 Bäuerinnen arbeiten hier. 27 von ihnen haben eine Behinderung, so wie sie. "Als Kind war ich immer krank. Meine Eltern haben alles versucht, mich von einem Arzt zum anderen gebracht. Aber sie konnten nicht verhindern, dass ich schon früh aufgehört habe zu wachsen", berichtet die junge Frau, die heute im Rollstuhl sitzt. "Bevor ich hier arbeitete, bin ich kaum vor die Türe gegangen, weil ich mich geschämt habe", erinnert sich Djata Syla: "Ich fühlte mich so nutzlos". Dann aber kam sie mit dem CBM-Partner Action contre la Faim in Kontakt, der sie für diese Arbeit schulte und sie so aus ihrer Isolation holte. "Heute ist das ganz anders: Ich gehöre dazu, ich bin ein gleichberechtigtes Mitglied dieses Teams", sagt die 22-Jährige lächelnd und blickt hinüber zu den anderen Frauen.

Frauen wie sie leisten auch einen wichtigen Beitrag für Nachhaltigkeit und gegen den Klimawandel. Denn "Soumbala" wird aus dem Samen eines Baumes hergestellt. Ein Produkt des Waldes also, für das allerdings kein Baum gefällt wird. Das hilft Umwelt und Natur in dieser von extremen Klimaschwankungen geplagten Region. Djata Syla und ihre Kooperative aber stellen nicht nur Würzmittel her, sondern auch Seifen und Hibiskusblüten-Sirup. Ihre Produkte wurden sogar schon für ihre besondere Qualität ausgezeichnet: Dafür haben sie vor ein paar Jahren auf einer lokalen Landwirtschaftsmesse einen Preis bekommen. Die Arbeit der Frauen wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Rahmen der Sonderinitiative Eine Welt ohne Hunger kofinanziert.

"Dieses Projekt ist nicht nur ökologisch nachhaltig, sondern auch sozial", sagt CBM-Vorstand Rainer Brockhaus: "Es bietet Frauen wie Djata Syla eine berufliche Perspektive". Und er erklärt: "Menschen mit Behinderungen werden in ländlichen Gesellschaften wie in Burkina Faso oft besonders ausgegrenzt. Deshalb finden sie nur selten Arbeit. Dabei ist das so wichtig, damit sie sich eine Existenz aufbauen und sich aktiv in die Gemeinschaft einbringen können". Djata Sylas Geschichte zeigt, was es bedeutet, mittendrin statt außen vor zu sein: "Heute habe ich ein erfülltes Leben", berichtet die junge Bäuerin. Und sie hat schon Pläne für die Zukunft: "Ich möchte heiraten und dann ein eigenes Geschäft eröffnen."

Quelle: www.cbm.de 


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