misereorAachen. - Vom kommenden Jahr an soll Saatgut für gentechnisch veränderten "goldenen" Reis an ausgewählte philippinische Bauern verteilt werden. Das philippinische Agrarministerium hat eigenen Angaben zufolge genehmigt, das Saatgut kommerziell zu vermehren. Das katholische Hilfswerk MISEREOR warnt vor den Folgen dieser Entscheidung.

Der sogenannte 'Goldene Reis' wurde vor mehr als 20 Jahren entwickelt. Durch eine genetische Veränderung enthält er das Korn Beta-Carotin, eine Vorstufe von Vitamin A. Der langjährige MISEREOR Partner MASIPAG, eine Vereinigung von Kleinbauern auf den Philippinen, warnte: "Da ist kein Gold im Goldenen Reis". Geschäftsführer Cris Panerio sagte. "Es gibt keine Notwendigkeit für die Einführung von 'Goldenem Reis', da Mangelernährung ein Ergebnis von Armut ist und eine einseitige, technische Fixierung auf eine pflanzliche Kultur keine Lösung für eine vielfältige und gesunde Ernährung ist."

"Goldener Reis ist nicht golden, weil er bislang keinen Bio-Sicherheitstests unterzogen wurde, sprich es ist noch gar nicht erforscht, ob der Konsum für Menschen ungefährlich ist", sagte Markus Wolter, Referent für Landwirtschaft und Ernährung bei MISEREOR. "Außerdem ist Vitamin A in Obst und Gemüse reichlich vorhanden, die Erhöhung dieses Anteils im Reiskorn ist gering und die Ausrichtung auf eine ausschließlich auf Reis basierende Ernährung würde dadurch nur verstärkt. Und dieser Reis würde den Einfluss von internationalen Saatgutunternehmen auf die Reiserzeugung deutlich erhöhen, er wäre nur 'golden' für diejenigen, die an ihm verdienen und dabei seine vermeintlich gesunden Eigenschaften als Verkaufsargument vor sich hertragen würden."

MISEREOR hat sich deshalb der MASIPAG-Warnung angeschlossen und an die neue Bundesregierung appelliert, auch weiterhin das Vorsorgeprinzip in der europäischen Gentechnik-Gesetzgebung anzuwenden, also denkbare Belastungen für Umwelt und menschliche Gesundheit konsequent zu überprüfen. Dies sei in letzter Zeit in Frage gestellt worden. Deutschland solle sich weltweit für eine resiliente und vielfältige Landwirtschaft einsetzen, die mit der Natur und nicht gegen sie arbeitet. Diese solle Bauern Wahlfreiheit beim Saatgut bieten und sie nicht in Abhängigkeiten durch patentiertes Saatgut bringen.

Quelle: www.misereor.de 


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