bmz 100Berlin. - Anlässlich der ersten internationalen Geberkonferenz der Vereinten Nationen (UN) für Afghanistan, die am Montag in Genf stattfindet, hat Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) einen UN Nothilfefonds in Höhe von zehn Milliarden Euro gefordert. Anlässlich zahlreicher Krisenherde müssten die UN vorausschauend handeln können und dafür ausreichend finanziert werden, sagte Müller. "Eine Reform ist grundsätzlich notwendig. Die UN und ihre Hilfswerke dürfen nicht dauerhaft zum Bittsteller werden."

Die Situation in Afghanistan sei dramatisch, warnte Müller. "Es baut sich eine humanitäre Katastrophe auf: Die Menschen leiden nicht nur unter der gewaltsamen Machtübernahme der Taliban. Dazu kommt eine schwerwiegende Dürre. Und die Corona-Pandemie grassiert mit ungebremster Wucht. Schon jetzt ist fast die Hälfte der Bevölkerung auf Hilfe angewiesen – über 18 Millionen Menschen. In den kommenden 12 Monaten werden voraussichtlich die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren akut unterernährt sein. Aber der humanitäre Bedarf für Afghanistan ist derzeit nur zu rund 40 Prozent gedeckt. Die internationale Gemeinschaft muss jetzt schnell handeln und alles tun, um die Grundversorgung der afghanische Bevölkerung aufrecht zu erhalten."

Es gelte, auch die anderen Weltkrisen nicht aus den Blick verlieren, mahnte Müller: Jemen, die Sahel-Region oder der Krisenbogen um Syrien. Die Hilfsorganisationen der Vereinten Nationen stünden bereit, um schnelle Hilfe zu leisten. Doch es mangele an verlässlicher und vorausschauender Finanzierung. Die Nahrungsmittelreserven des Welternährungsprogramms reichten für Afghanistan nur bis Ende September. Im Jemen seien Hilfen gekürzt worden. Das könne man nicht akzeptieren.

"Mit einem UN-Nothilfe- und Krisenfonds von 10 Milliarden Euro könnten wir vorausblickend weltweit Tod durch Hunger und fehlende Medikamente verhindern", erklärte Gerd Müller. "Das System der internationalen Hilfe muss verändert, muss reformiert werden. Weg von der Krisenintervention hin zu einer Krisenprävention. Es kann nicht sein, dass erst gestorben werden muss. Es gilt, vorsorgend zu investieren. Früh zu handeln, ist viel vernünftiger, als zu warten."

Deutschland gehe bereits voran und habe ein umfassendes Hilfspaket von 600 Millionen Euro für die schnelle Versorgung der Binnenvertriebenen und Flüchtlingen in Afghanistan und in der Region bereitgestellt. "Die internationale Gemeinschaft muss nun ebenfalls handeln", betonte Müller.

Quelle: www.bmz.de 


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