daadBonn. - Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat mit Blick auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen ein Positionspapier mit Impulsen zur Außenwissenschaftspolitik vorgestellt. In zehn Punkten plädiert es für eine Außenwissenschafts-Realpolitik in einer globalen Verantwortungsgemeinschaft, um den weltweiten Herausforderungen in den 2020er Jahren begegnen zu können.

„Die Herausforderungen für die Außenwissenschaftspolitik der Bundesrepublik Deutschland in den 2020er Jahren sind gewaltig: Im Zeitalter des Anthropozäns ist der Mensch zum zentralen Einflussfaktor für atmosphärische, biologische und geologische Prozesse geworden“, sagte DAAD-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee. „Die sich daraus ergebenden Krisen können nur mit einer internationalen exzellent vernetzten Wissenschaft und im Verbund aller Staaten erfolgreich bekämpft werden. Wir müssen daher mehr Verantwortung in den weltweiten Wissenschaftsbeziehungen übernehmen und - ausgehend von unserem eigenen Wertefundament - im besten Sinne eine Außenwissenschafts-Realpolitik gestalten.“ Die Überlegungen des DAAD seien auch als Beitrag zu der Weiterentwicklung der deutschen Science Diplomacy zu sehen.

Unter dem Titel „Mehr Verantwortung wagen in einer global vernetzten Welt“ benennt das DAAD-Positionspapier zehn Punkte für eine erfolgreiche deutsche Außenwissenschafts-Realpolitik in einer globalen Verantwortungsgemeinschaft. Im Mittelpunkt stehen gleichermaßen der Ausbau der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit allen freiheitlich-demokratischen Staaten weltweit und die mitunter schwierigen Aushandlungsprozesse zum Erhalt der Kooperation mit Partnerinstitutionen in zunehmend autoritären Staaten.

Besonderes Augenmerk legt das Papier auf die wachsende Systemrivalität mit China. Es gelte, die deutsche Außenwissenschafts-Realpolitik gegenüber China so zu gestalten, dass die Chancen eines partnerschaftlichen Austausches mit chinesischen Institutionen und ihren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie ihren Studierenden genutzt und Risiken minimiert werden. Auch auf Szenarien des Zusammenbruchs staatlicher Ordnung wie derzeit in Afghanistan müsse eine Außenwissenschafts-Realpolitik mit neuen Strategien vorbereitet sein. Grundsätzlich sei die Stärkung der Handlungsfähigkeit der deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen dabei unerlässlich, um Austausch und Kooperation auch in schwierigen Zeiten erfolgreich zu gestalten.

„Zur Bekämpfung der globalen Herausforderungen wie etwa des Klimawandels muss es unser Ziel sein, die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit möglichst vielen Ländern zu erhalten. Dabei können Wissenschaftskooperationen in der gesamten Bandbreite der Fächer sowie der Austausch von Studierenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einen wertvollen und vertrauensbildenden Beitrag auch in Konfliktsituationen leisten“, so DAAD-Präsident Mukherjee. Der DAAD geht vor diesem Hintergrund davon aus, dass die kommende Bundesregierung die Handlungsfähigkeit der deutschen Wissenschaft im Rahmen der deutschen Außenwissenschaftspolitik weiter stärken wird.

Quelle: www.daad.de


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