IYDDEschborn (epo). - Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) verzeichnet erste Erfolge bei der Eindämmung der fortschreitenden Wüstenbildung im Niger. Anlässlich des Welttages zur Bekämpfung von Wüstenausbreitung und Dürre am 17. Juni erklärte die Organisation, im Foulaji-Tal in der Umgebung der Provinzhauptstadt Tahoua habe mittels Staustufen, Kleinmauern und Aufforstungen die Erosion der Ackerflächen eingedämmt und die fortschreitende Wüstenbildung gestoppt werden können.

Die Wüstenbildung einzudämmen und Ackerland zurückzugewinnen ist eine wichtige Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung. Deshalb engagiert sich die GTZ seit 2004 im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) gemeinsam mit der KfW-Entwicklungsbank (KfW) und dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED) mit dem Programm Armutsbekämpfung im ländlichen Raum in Niger.

Die langfristig angelegte Hilfe zeige erste Erfolge, so die GTZ: Um beispielsweise junge Hirsepflanzen vor den heißen, sandhaltigen Wüstenwinden zu schützen, werden traditionelle Techniken angewendet, etwa Pflanzmulden. In den Vertiefungen konzentrieren sich Regenwasser und Dung in der Nähe der Pflanze. Dadurch seien Ertragssteigerungen von bis zu 180 Kilogramm pro Hektar möglich. Durch das Anlegen von Windschutzhecken werden die Pflanzen zusätzlich geschützt. Mittelfristig liefern diese Hecken auch noch Feuerholz.

Im Foulaji-Tal in der Umgebung der Provinzhauptstadt Tahoua konnte mittels Staustufen, Kleinmauern und Aufforstungen die Erosion der Ackerflächen eingedämmt und die fortschreitende Wüstenbildung gestoppt werden. Nun können die Bauern auch in der Trockenzeit Gemüse, etwa Zwiebeln und Tomaten, für den Verkauf auf den lokalen Märkten und den Export in die Region anbauen. "Sie müssen sich jetzt nicht mehr saisonweise als Wanderarbeiter verdingen, sondern können das ganze Jahr von Ihrer Arbeit leben", sagte Michael Lossner, GTZ-Büroleiter in Niamey.

Allein im vergangenen Jahr wurden laut GTZ in der Region Tahoua rund 2.000 Hektar wieder für die landwirtschaftliche Nutzung verfügbar gemacht. In der Region Tillab?ri nahe der Hauptstadt Niamey waren es über 15.000 Hektar, seit Ende der 80er Jahre in der Programmregion mehr als 300.000 Hektar.

Das Engagement der GTZ beschränkt sich nicht nur auf die Bekämpfung der Erosion und Wüstenbildung: Sie unterstützt die Menschen in den Gemeinden auch bei der Dezentralisierung und Kommunalentwicklung. Für bisher 16 der 40 Gemeinden des Programmgebietes wurden kommunale Entwicklungspläne erarbeitet. Rund 300 Gemeindevertreter erhielten schon Schulungen zu Themen wie Gemeindeorganisation und -finanzen. Gemeinsam mit der KfW förderte die GTZ den Aufbau der Infrastruktur. Schulen, Gesundheitszentren, Verwaltungsgebäude, Wasserversorgungssysteme, Pisten und Marktplätze werden instandgesetzt beziehungsweise eingerichtet.

GTZ
UN International Year of Deserts and Desertification


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