erlassjahr 100Düsseldorf. - Laut einer neuen internationalen Studie müssen Länder des Globalen Südens im Schnitt 38 Prozent ihrer Einnahmen für Zins- und Tilgungszahlungen aufwenden. Damit seien die Haushalte der verschuldeten Staaten aktuell sogar stärker belastet als in der großen Schuldenkrise der 1980er und 1990er Jahre, die den Anstoß für weitgehende Schuldenerlassinitiativen gab. Bisher vertreten insbesondere die Weltbank und der Internationale Währungsfonds die Position, dass die heutige Krise noch weit weniger schlimm sei als damals, beklagt das deutsche Entschuldungsbündnis „erlassjahr.de – Entwicklung braucht Entschuldung.

Kristina Rehbein, Politische Koordinatorin von erlassjahr.de, sagt: "Der Schuldendienst ist in 104 Ländern höher als die Bildungsausgaben, in 116 höher als die Ausgaben für Gesundheitsversorgung. In afrikanischen Ländern sind die Zahlen besonders eklatant: Hier sind die Schuldendienstzahlungen anderthalbmal so hoch wie die Ausgaben für Bildung, Gesundheit und soziale Absicherung zusammengenommen. Leidtragende der Schuldenlast sind damit ganz unmittelbar die Menschen in den betroffenen Ländern. Wir brauchen endlich faire Entschuldungsverfahren, um diesem Missstand ein Ende zu bereiten."

Die Studie "The worst ever global debt crisis"" die heute (11. Oktober) am Rande der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Marrakesch vorgestellt wird, wurde von der britischen Organisation Development Finance International veröffentlicht. Das deutsche Entschuldungsbündnis erlassjahr.de gehört zu den Mitherausgebern. Die Studie nimmt erstmals öffentliche Auslands- und Inlandsschuldendienstzahlungen gemeinsam in den Blick. Durch die Nutzung von Primärquellen konnten im Hinblick auf die Sozialausgaben zudem die aktuellsten Werte herangezogen werden.

Quelle: www.erlassjahr.de


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