UgandaKampala/London (epo.de). - Ugandas Staatschef Yoveri Museveni hat dem  Chef der nordugandischen Rebellenbewegung "Lord's Resistance Army" (LRA), Joseph Kony, eine Amnestie angeboten, falls die für nächste Woche vorgesehenen Friedensverhandlungen zum Erfolg führen. Das Versprechen gelte, obwohl Kony vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag als Kriegsverbrecher gesucht werde, berichtete der britische Sender BBC unter Berufung auf eine Erklärung des Präsidialbüros in der ugandischen Hauptstadt Kampala.

Kony werden vom Internationalen Srtafgerichtshof und von Menschenrechtsorganisationen zahlreiche Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Last gelegt, insbesondere die gewaltsame Verschleppung von Kindern und ihr Einsatz als Kindersoldaten im Krieg gegen die Armee Ugandas. Die LRA geht seit  1987 im Norden Ugandas mit äußerster Brutalität gegen die ugandische Regierung, aber auch gegen Flüchtlinge vor. Zehntausende Menschen sind in dem Konflikt getötet und mehr als zwei Millionen zur Flucht gezwungen worden.

Die Friedensgespräche sollen der BBC zufolge in der kommenden Woche in der südsudanesischen Stadt Juba beginnen. Die südsudanesische Regierung will die Gespräche vermitteln. In einem BBC-Interview hatte Kony sich als "Friedenskämpfer" bezeichnet und jede Verantwortung für Verbrechen gegen die Menschlichkeit von sich gewiesen. Berichte, denen zufolge LRA-Rebellen Kinder verschleppt und als Soldaten oder Sexsklavinnen missbraucht hätten, seien unzutreffend.

Museveni sprach unterdessen den Vereinten Nationen das moralische Recht ab, den Rebellenführer zu verfolgen. Kony könne straffrei ausgehen, wenn er Frieden schließe und den Terrorismus aufgebe, erklärte der ugandische Staatschef. Der UN-Chef für humanitäre Angelegenheiten, Jan Egeland, hatte die LRA-Rebellion als "Terrorismus der schlimmsten Sorte" und den Konflikt in Norduganda als schlimmste humanitäre Krise weltweit eingestuft.

BBC: www.bbcnews.com


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