WFPN'Djamena (epo.de). - Die Krise in der Provinz Darfur greift immer stärker auf die Nachbarstaaten des Sudan über. Wie das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) jetzt berichtete, müssen Tausende Tschader bereits Hunger leiden. Betroffen sei die Grenzregion zum Sudan, in der die Menschen einen verzweifelten Kampf ums Überleben führen werden, wenn nicht bald mehr Hilfe für die dramatisch steigende Zahl von Vertriebenen eintrifft.

Das WFP plant mit seiner Operation vor Ort 50.000 vertriebene Tschader zu unterstützen. Neue Schätzungen gehen jedoch von weiteren 80.000 Vertriebenen aus, welche dringend Hilfe benötigen. "Diese Menschen wurden aus ihren Hütten gejagt und besitzen nichts außer dem, was sie am Körper tragen", sagte der WFP-Landesdirektor im Tschad, Felix Bamezon. "Sie sind vollkommen auf das Wohlwollen anderer Gemeinden angewiesen, die sich selbst kaum ernähren können, die Situation wird immer schlimmer." Allein für die nächsten sechs Monate würden 7500 Tonnen zusätzliche Nahrungsmittel und Zuwendungen in Höhe von 7,5 Mio. US-Dollar gebraucht, schätzt das WFP.

Der andauernde Konflikt im westsudanischen Darfur und die Instabilität in der Region führten zur Flucht Zehntausender Tschader in den vergangenen Monaten. Eine aktuelle WFP-Erhebung hat ermittelt, dass fast 130.000 Vertriebene in Notunterkünften außerhalb ihrer Dörfer leben - drei mal so viele wie zuvor angenommen. Fast die Hälfte dieser Familien sei akut auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Das WFP muss nun noch vor Beginn der Regenzeit Ende Juni so viel Nahrung wie möglich in den östlichen Tschad bringen. Danach werden die meisten Straßen im östlichen Tschad unpassierbar sein. Jeder fünften Familie unter den Vertriebenen fehlt es laut WFP an einer Unterkunft. Ein Großteil der weiteren Familien lebt in kleinen Hütten aus Stroh oder Hirsehalmen, die nicht für den kommenden Regen geeignet sind. Wenige haben Zugang zu Trinkwasser oder Latrinen. Die medizinische Versorgung kann aufgrund der unerwarteten Menge an neuen Patienten nicht mehr gewährleistet werden.

Die Vertriebenen sind zugleich nicht die einzigen Betroffenen der sich ausweitenden Krise: Durch den enormen Zustrom und den großen Nahrungsmittelbedarf werden die Bewohner der aufnehmenden Dörfer und Gemeinden gezwungen, ihr Vieh zu töten. Das WFP befürchtet, dass auf Grund von Hunger und steigenden Getreidepreisen bald auch Saatgut konsumiert wird. "Dies ist eine unhaltbare Situation", sagte Bamezon, "das Leben im östlichen Tschad war immer schwierig, aber jetzt gibt es kaum noch Nahrung für die Menschen."

Das WFP unterstützt 225.000 sudanesische Flüchtlinge in zwölf Lagern im östlichen Tschad und über 45.000 zentralafrikanische Flüchtlinge im Süden des Landes. Für die derzeitige Nothilfeoperation stehen dem WFP statt der benötigten 85 Mio. US-Dollar nur 39 Mio.zur Verfügung. Diese Zahlen schließen die nötige Versorgung der rund 80.000 neuen Vertriebenen noch nicht mit ein.

 www.wfp.org


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