Dublin (epo.de). - Einwanderer spielen auf den Arbeitsmärkten der EU-Mitgliedstaaten eine zunehmende Rolle. Die Benachteiligungen, die sie erfahren, stellen für die Sozial- und Arbeitsmarkt-Politik in Europa aber eine große Herausforderung dar. Das geht aus dem jüngsten vergleichenden Überblick des EWCO (European Working Conditions Observatory) hervor. Dem Bericht zufolge hat die legale Zuwanderung von Nicht-Staatsbürgern in die EU in den letzen zehn Jahren um über 26 Prozent zugenommen.

Der Bericht, der die Arbeits- und Arbeitsplatz-Bedingungen von Migranten untersucht, die - aus welchem Grunde auch immer - aus einem Land in ein anderes gereist sind und angestellt bzw. freiberuflich im Zielland arbeiten, stellt auch fest, dass Migranten in Europa auf schlecht bezahlte Jobs verwiesen werden, die nur begrenzt Möglichkeiten für ein berufliches Weiterkommen bieten. Sie leiden öfter als Festansässige unter ungesunden Arbeitsbedingungen, arbeiten länger und leisten häufiger Schicht-, Nacht- und Wochenendarbeit. Sie werden am Arbeitsplatz auch häufiger von Vorgesetzten, Kollegen oder Kunden diskriminiert.

"Die Beschäftigung von Wanderarbeitern spielt für die wirtschaftliche Entwicklung in Europa eine große Rolle und Wanderarbeiter sind auch für den EU-Arbeitsmarkt von wachsender Bedeutung. Obwohl das Bewusstsein für die wichtige Rolle, die Migranten für das wirtschaftliche Wachstum spielen, wächst, muss stärker auf ihre Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen geachtet werden", sagte Jorma Karppinen, der Direktor der Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen (Eurofound).

In den meisten Ländern würden Migranten Hilfsarbeiten zugeteilt und sie leisteten häufig Schwarzarbeit, so der Bericht. Obwohl sie einen besonders ungeschützten Teil der arbeitenden Bevölkerung darstellen, würden Migranten von Gewerkschaften kaum vertreten. Sie seien häufiger arbeitslos als ihre Kollegen und - einmal eingestellt - für ihre Tätigkeit häufig überqualifiziert, was eine große Verschwendung von Bildungskapital und eine beachtliche Ungleichbehandlung bedeute. Darüber hinaus seien sie einer beträchtlichen Arbeitsplatzunsicherheit ausgesetzt.

Die schlechten Arbeitsbedingungen der Migranten stehen dem Bericht zufolge im Zusammenhang mit den Schwierigkeiten, eine Arbeitserlaubnis zu erhalten, was sogar für Länder gilt, in denen Arbeitskräfteknappheit herrscht. Sie haben auch Schwierigkeiten, die Staatsbürgerschaft zu erwerben und der Zugang zu qualifizierten Beschäftigungen im öffentlichen Dienst, in den akademischen Berufen und zur Geschäftstätigkeit kann Ihnen daher verwehrt bleiben. Der Bericht schlägt vor, den Erwerb der Staatsbürgerschaft zu vereinfachen bzw. die Verbindung zwischen Staatsbürgerschaft und Zugang zu bestimmten Berufen aufzuheben.

www.eurofound.europa.eu


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