MalteserYangon/Berlin (epo.de). -  Nach den verheerende Zerstörungen durch einen Zyklon in Myanmar (Birma) ist am Montag die internationale Hilfe angelaufen. Nach Angaben von Aussenminister Nyan Win könnten mehr als 10.000 Menschen ums Leben gekommen sein. Die Militärregierung sagte zu, ausländische Hilfe in das Land zu lassen. Die Infrastruktur in und um die Hauptstadt Yangon sei zerstört, weder Wasser- noch Stromversorgung funktionierten, erklärte Malteser International. "Umgestürzte Bäume blockieren die Straßen", berichtete Cesar Russo, Logistikexperte der Malteser, aus der Millionenstadt. Das Auswärtige Amt stellte deutschen Hilfsorganisationen 500.000 Euro humanitäre Hilfe für die Menschen in Myanmar zur Verfügung. 

Da Tausende Holzhäuser dem Zyklon, der am Freitag die Küstenregion von Myanmar getroffen hatte, nicht standhalten konnten, sei die Bevölkerung in Klöster und Schulen geflüchtet, so die Malteser. "Lebensmittel- und Wasserknappheit haben bereits zu massiven Preissteigerungen geführt", berichtete Russo.

"Hier ist die Lage wirklich dramatisch", so Birke Herzbruch, Projektkoordinatorin der Malteser in Yangon. " Wir haben bereits Desinfektiontabletten zur Aufbereitung von Trinkwasser für die Versorgung der Bevölkerung im Stadtteil Dawbon und in der ländlichen Armutssiedlung von Tantabin unweit von Yangon beschafft und werden diese ab Dienstag verteilen. Das benötigen die Menschen derzeit besonders, denn auf eine solche Katastrophe war niemand vorbereitet, niemand hatte Vorräte", so Herzbruch weiter. Die ganze Stadt liege total im Dunkeln, alles sei schwarz wie die Nacht. Weitere Hilfsmaßnahmen der Malteser wie das Verteilen von Plastikplanen und Moskitonetzen für die Bevölkerung sind derzeit in Vorbereitung. Die Hilfe der Malteser wird nach einer mündlichen Zusage vom Auswärtigen Amt finanziell unterstützt.

Malteser International arbeitet seit 2001 in Myanmar und verfügt dort über insgesamt drei Programmstandorte. Neben dem Länder- und Programmbüro in Yangon gibt es Programmbüros in der Wa Sonderregion II und im Northern Rakhine State. Die Malteser verbessern den Zugang zu Basisgesundheitsdiensten und bekämpfen Malaria, Tuberkulose und HIV/AIDS. Zudem stellen sie die Grundversorgung mit sauberem Trinkwasser und eine basissanitäre Ausstattung auf Haushaltsebene, an Schulen und Gesundheitseinrichtungen sicher.

Um den Opfern des verheerenden Zyklons Nagis in Myanmar möglichst schnelle Hilfe zukommen lassen zu können, stellte die Aktion Deutschland Hilft seinen vor Ort tätigen Mitgliedsorganisationen 100.000 Euro zur Verfügung. Die vier Bündnispartner ADRA, CARE, Malteser und World Vision unterhalten Länderbüros in Myanmar und beginnen derzeit mit ersten Hilfsmaßnahmen.

Der Zyklon "Nargis" traf am Wochenende die Küstenregion von Myanmar. Die Fünf-Millionen Metropole Yangon lag im Zentrum der Verwüstung. Myanmar rief in fünf Regionen den Notstand aus.

Die Hilfsorganisation World Vision bereitet von Rangun und Bangkok aus die Erstversorgung von 250.000 Sturmopfern an der Westküste und in der Mitte des Landes vor. Familien sollen zunächst mit Trinkwasser, Zelte, Kerzen und Abdeckfolien versorgt werden.

"Rund um die Fünf-Millionen-Stadt Rangun hat der Tropensturm Häuser abgedeckt und Bäume umgerissen. Tausende Familien haben ihr Zuhause verloren", beschrieb World Vision-Einsatzleiter Belete Temesgen die Lage. "Viele Sturmopfer sind notdürftig in Schulgebäuden untergebracht. In einer Schule, die ich besucht habe, hausen zurzeit etwa 5000 Männer, Frauen und Kinder auf engstem Raum."

Die World Vision-Helfer vor Ort sind vor allem wegen des Trinkwasser-Mangels besorgt. "Wir brauchen Trinkwasser-Aufbereitungsanlagen, wie sie beim Tsunami zum Einsatz gekommen sind", sagte Belete Temesgen. Umgestürzte Bäume und der Zusammenbruch von Kommunikations- und Stromnetzen machten die Situation  chaotisch. "Es könnte Wochen dauern, bis wir wieder Strom hier haben."

Betroffen ist auch ein deutsches Regional-Entwicklungsprojekt. Es liegt in Hlegu, rund 40 Kilometer nördlich von Rangun. Mitarbeiter sind vor Ort, um sich ein Bild von der Zerstörung zu machen und Hilfe zu organisieren.

www.malteser-international.org
www.aktion-deutschland-hilft.de
www.worldvision.de


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