
"Die Speicherung von CO2 packt das Problem nicht bei der Wurzel. Statt weniger Klimagas wird mehr produziert, das dann aufwändig gelagert und langfristig überwacht werden muss", erklärte Gabriela von Goerne, Energie-Expertin von Greenpeace. "Unter dem Vorwand, diese Technik werde in Zukunft zur Verfügung stehen, bauen Energiekonzerne weiter klimaschädliche Kohlekraftwerke. Doch was soll passieren, wenn die Versprechungen der Industrie als falsche Versprechungen erkannt werden? Daran will offensichtlich niemand denken."
Sollen die schlimmsten Auswirkungen der Erderwärmung noch vermieden werden, so Greenpeace, sollte der globale Klimagasausstoß schnell verringert werden. Er müsse spätestens im Jahr 2015 die Spitze erreicht haben und danach um mindestens 50 Prozent bis zur Mitte des Jahrhunderts sinken. Die CCS-Technologie stecke jedoch noch in der Entwicklungsphase und stehe somit auf absehbare Zeit nicht zur Verfügung. Unsicherheiten bezüglich Risiken, Kosten und möglicher Einsatzfähigkeit liessen vermuten, dass CCS nicht vor dem Jahr 2030 in größerem Maßstab kommerziell einsetzbar sein werde.
Für die Entwicklung sind laut Greenpeace-Bericht bis dahin Milliardenbeträge nötig. Schon würden Stimmen laut, dass die Industrie diese Investitionen gar nicht alleine stemmen kann. Dennoch werde die Abscheidung und Speicherung von CO2 massiv beworben und als "grünes Deckmäntelchen" für den Bau von Kohlekraftwerken missbraucht. Das von der Kohlelobby gegründete Informationszentrum Klima lade sogar den Vorsitzenden des UN-Klimarats IPCC, Rajendra Pachauri, zu einer CCS-Veranstaltung am 8. Mai ein.
"Deutschland kann sich nicht für eine fossile Technik in neuem Gewand entscheiden, von der wir heute noch nicht wissen ob sie jemals funktioniert. Wir müssen auf Erneuerbare Energien setzen, die verfügbar sind und deren Ausbaupotenzial gewaltig ist", so Gabriela von Goerne. Greenpeace habe mit seinen Energieszenarien "energy[r]evolution" und "Plan B" gezeigt, wie sich Treibhausgase global bis zum Jahr 2050 um fünzig Prozent verringern lassen und wie Deutschland seine Treibhausgase um 40 Prozent bis 2020 reduzieren kann.
www.greenpeace.de