Bundeskanzlerin Angela MerkelBerlin (epo.de). - Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Dienstag zu einer einwöchigen Reise nach Lateinamerika gestartet. In der peruanischen Hauptstadt Lima nimmt sie am EU-Lateinamerika-Gipfel teil. Darüber hinaus führt die Kanzlerin auch in Brasilien, Kolumbien und Mexiko Gespräche. Sie sieht Chancen für eine verstärkte Zusammenarbeit insbesondere in den Bereichen Klima, Umwelt, Energie und Bildung.

Die Bundeskanzlerin wird von einer Bundestagsdelegation und einer 11-köpfigen Wirtschaftsdelegation begleitet. Dazu gehören insbesondere mittelständische Unternehmen aus dem Bereich der Umwelttechnologie und des Transports. "Gerade der Mittelstand hat hier erhebliches geleistet", sagte die Kanzlerin vor ihrer Abreise auf einer Konferenz in Berlin. "Wir wollen den Mittelständlern in einer globalen Welt neue Chancen eröffnen".
 
In Brasilien will die Kanzlerin ein umstrittenes Energieabkommen unterschreiben. Es solle die Zusammenarbeit im Bereich der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz stärken, erklärte das Bundeskanzleramt. Aktivisten des INKOTA-Netzwerks, des Aktionsbündnisses "Gerechter Welthandel" und von Rettet den Regenwald hatten vor dem Bundesumweltministerium in Bonn gegen die angestrebte Intensivierung der Agrospritimporte aus Brasilien nach Deutschland protestiert. Entgegen den Aussagen der brasilianischen Regierung entspreche die dortige Ethanol-Produktion weder sozialen Mindeststandards, noch sei sie ökologisch nachhaltig, erklärten die NGOs.

Das Thema Energie, Umwelt und Klimawandel ist auch ein Schwerpunktthema beim EU-Lateinamerika-Gipfel. Der zweite Schwerpunkt ist nach Angaben der Bundesregierung die Armutsbekämpfung und soziale Kohäsion. Auf Wunsch der Gastgeber hält die Kanzlerin dazu ein Impulsreferat.
 
Am EU-Lateinamerika-Gipfel in Lima am 16. und 17. Mai nehmen 27 EU-Mitgliedstaaten und 33 Staaten aus Lateinamerika und der Karibik sowie die EU-Kommission teil. In Lima werden über 60 hochrangige Delegationen sowie zahlreiche Beobachter, NGOs und Wirtschaftsvertreter dabei sein. Die Gipfelkonferenzen sollen die 1999 begonnene "strategische Partnerschaft" der beiden Regionen vertiefen. Es ist der 5. EU-Lateinamerika-Gipfel. Die Gipfel finden alle zwei Jahre statt. Der erste war 1999 in Rio de Janeiro.
 
KOLUMBIEN: ERSTER BESUCH EINES DEUTSCHEN REGIERUNGSCHEFS

Nach dem EU-Lateinamerika-Gipfel reist die Kanzlerin weiter nach Kolumbien. Das Land hat bisher noch kein deutscher Regierungschef besucht. Die Kanzlerin spricht dort mit dem kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uríbe.
 
Kolumbien habe sich nach schwierigen Jahren gewalttätiger innerer Auseinandersetzungen deutlich stabilisiert, so die Bundesregierung. Innenpolitisch stehe Kolumbien vor der Aufgabe, das staatliche Gewaltmonopol gegenüber Guerilla und Paramilitärs durchzusetzen und den Drogenhandel zu bekämpfen. Darüber hinaus stehe die Entschädigung der Opfer des Konflikts im Mittelpunkt der Politik. Merkel will sich mit Mitgliedern der Nationalen Kommission für Wiedergutmachung treffen. Sie will auch mit dem Generalstaatsanwalt über die Probleme sprechen.
 
Letzte Station der Reise der Kanzlerin ist Mexiko. Das Land gehört genau wie Brasilien zur sogenannten G5-Gruppe. Gemeinsam mit China, Indien und Südafrika sind das die wichtigsten Schwellenländer. "Sie werden politisch immer stärker", heißt es in einer Stellungnahme des Bundespresseamtes. "Deshalb sollen sie sich zukünftig verstärkt an der Lösung weltwirtschaftlicher aber auch umweltpolitischer Probleme beteiligen." Auf dem letzten G8-Gipfel in Heiligendamm haben die Mitgliedstaaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, USA und Russland einen Dialog mit ihnen darüber begonnen.
 
Aber es gibt auch Schattenseiten in Brasilien und Mexiko. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist immer noch sehr groß. Doch es überwiege die positive Entwicklung. "Wir wollen den Erfolg der lateinamerikanischen Länder", sagte die Kanzlerin vor der Abreise: "den Erfolg ihrer Jugend und der demokratischen Prinzipien." Mit großer Spannung sieht sie daher ihrer 2. Lateinamerika-Reise entgegen. Ihre erste Reise dorthin hatte sie als Umweltministerin unternommen.
 
Lateinamerika, so das BPA, sei mit 540 Millionen Einwohnern und einem Anteil von fünf Prozent am Welt-Brutto-Inlandsprodbukt die viertwichtigste Wirtschaftsregion der Welt. Es habe kontinuierlich über die letzten fünf Jahre relativ hohe Wachstumsraten: 2007 waren es 5,6 Prozent. Insbesondere die Nachfrage nach Bodenschätzen, Energieträgern und landwirtschaftlichen Produkten lasse die Wirtschaft wachsen. Der Außenhandel Deutschlands mit Lateinamerika nahm entsprechend dynamisch zu: um 6 Prozent die Exporte, die Importe um 16 Prozent.
 
www.bundesregierung.de


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