Joao Bernardo VieiraBissau (epo.de). - Guinea-Bissaus Präsident Joao Bernardo Vieira ist bei einem Putsch durch Militärs getötet worden. Der Sicherheitsberater des Ministerpräsidenten teilte am Montag mit, Soldaten hätten den Präsidenten im Rahmen eines bewaffneten Aufstandes liquidiert. Seit dem frühen Morgen waren Medienberichten zufolge Schüsse aus dem Regierungsviertel in der Hauptstadt Bissau zu hören. Der Generalstabschef der Armee von Guinea-Bissau war am späten Sonntag abend bei einem Anschlag auf das Militärhauptquartier ums Leben gekommen.

“Präsident Vieira wurde von der Armee getötet, als er versuchte aus seinem Haus zu fliehen”, erklärte Zamora Induta, ein Militärsprecher, gegenüber der französischen Nachrichtenagentur afp. Vieiras Haus sei von einer Gruppe von Soldaten angegriffen worden, die loyal gegenüber Generalstabschef Tagme Na Waie gewesen sei. Induta machte Präsident Vieira für das Attentat auf den Armeechef verantwortlich.

Die Streitkräfte präsentierten später jedoch eine andere Version der Geschehnisse. Es handle sich nicht um einen Militärputsch, sondern um eine isolierte Aktion meuternder Soldaten. Der 69-jährige Vieira sei von "einer Gruppe noch nicht identifizierter Bürger" ermordet worden, hieß es in einem Kommuniqué des Generalstabs.

Der Chef des Generalstabs, General Batista Tagme Na Wai, sei durch eine Explosion am späten Sonntag abend, die Teile des Gebäudes zerstört habe, getötet, mindestens fünf weitere Personen seien verletzt worden, berichtete der britische Sender BBC am Montag morgen. Der Militärchef habe sich in seinem Büro befunden und sei den schweren Verletzungen erlegen, die er bei dem Anschlag erlitt, berichteten Nachrichtenagenturen. Es war zunächst unklar, ob es sich um einen Bombenanschlag oder einen Granatenangriff handelte.

Guinea-BissauOffiziere der Armee befahlen BBC zufolge nach dem Attentat zwei privaten Radiostationen in Bissau, ihre Sendungen einzustellen. Dies sei “für die Sicherheit der Journalisten notwendig”, zitierte der Sender den Armeesprecher Samuel Fernandes. Die Armee beschuldigte Präsident Joao Bernardo Vieira sofort, für den Anschlag auf den Generalstabschef verantwortlich zu sein. General Batista Tagme Na Wai galt als wichtigster Rivale des Präsidenten.

Die ehemalige portugiesische Kolonie Guinea-Bissau ist seit ihrer Unabhängigkeit 1974 politisch instabil und hat zahlreiche Staatsstreiche und Putschversuche hinter sich. Im November 2008 entging Präsident Joao Bernardo Vieira nur knapp einem Anschlag von meuternden Soldaten auf sein Privathaus. Seither wurde er von einer 400 Mann starken Leibgarde bewacht.

Zur Unsicherheit in dem westafrikanischen Küstenstaat mit rund 1,6 Millionen Einwohnern, der zu den zehn ärmsten Ländern der Welt gehört, tragen bewaffnete Banden bei, die unbewachte Küsten und Landebahnen als Umschlagplätze für Drogen benutzen, die aus Südamerika eingeführt und nach Europa geschmuggelt werden. Zu den Drogenbossen sollen auch hochrangige Militärs gehören, so die BBC.

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