Proteste gegen Ilisu-Damm in IstanbulIstanbul (epo.de). - Die türkische Regierung hat am Eröffnungstag des Weltwasserforums in Istanbul 19 Kritiker ihrer Staudammbauten festnehmen lassen. Während der Eröffnungszeremonie wurden nach Angaben von Umweltschützern zwei Mitarbeiterinnen der NGO "International Rivers" abgeführt, die ein Transparent entrollt hatten. 17 türkische Demonstranten wurden festgenommen, weil sie vor den Tagungsgebäuden protestiert hatten.

Während der Eröffnungszeremonie am Montag hätten zwei Naturschützerinnen der nichtstaatlichen US-Organisation "International Rivers" mit Sitz in Berkely (Kalifornien) ein Banner mit der Aufschrift "No Destructive Dams!" in die Höhe gehalten, berichtete die Ilisu-Kampagne Deutschland. Daraufhin seien sie umgehend abgeführt worden. Ihnen drohe die Abschiebung. Weitere 17 türkische Personen seien fast gleichzeitig festgenommen worden, weil sie vor den Gebäuden des Weltwasserforums protestierten.

In der vergangenen Woche hatte die UNESCO auf Druck der Türkei eine Präsentation auf dem Weltwasserforum absagen müssen, mit der die negativen Folgen von Staudämmen auf das kulturelle Erbe thematisiert werden sollte (epo.de berichtete). http://www.epo.de/index.php?option=com_content&view=article&id=4769:eklat-beim-weltwasserforum-unesco-zieht-praesentation-zurueck&catid=63:kulturpolitik&Itemid=100043

"Das rücksichtslose Vorgehen der Türkei entlarvt das Motto der Veranstaltung ‘Gräben überbrücken’ schon am ersten Tag als Farce”, kommentierte Ulrich Eichelmann von der "Stop Ilisu" Kampagne den Umgang der türkischen Regierung mit demokratischer Kritik. “Es zeigt einmal mehr, dass dieses Forum vor allem eine Marketingveranstaltung der Kraftwerks- und Wasserprivatisierungslobby ist”.

Die Umweltschützer kündigten an, sie würden bis zum Ende des Weltwasserforums am Sonntag weiter gegen die türkische Staudamm-Politik protestieren. Durch den geplanten Ilisu-Staudamm würden nach Angaben von Umweltschützern und Experten rund 65.000 Menschen ihre Heimat verlieren, 400 Kilometer Flusslandschaften zerstört und zahlreiche Tier- und Pflanzenarten gefährdet. Rund 300 wertvolle archäologische Stätten würden im Stausee versinken, darunter mit Hansankeyf eine der ältesten Städte der Menschheit. http://www.epo.de/index.php?option=com_content&view=article&id=4515:tuerkei-ilisu-staudammprojekt-vor-dem-aus&catid=87&Itemid=34

www.internationalrivers.org
www.stopilisu.com
www.gegenstroemung.org

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