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Genf/Berlin (epo.de). - Das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) ist “zutiefst entsetzt” darüber, dass Anfang der Woche hunderte Menschen beim Versuch, Europa auf dem Seeweg über das Mittelmeer zu erreichen, ertrunken sind oder seither als vermisst gelten. In den vergangenen Tagen hatten Medienberichten zufolge eine Reihe von Schiffen von der Küste Libyens aus Kurs auf Italien genommen. Mindestens ein Schiff ist dabei gekentert. Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres, sprach von einem “tragischen Beispiel für ein globales Phänomen”.
 
Ägyptische Behörden hatten gemeldet, dass die Schiffe rund 30 Kilometer vor der libyschen Küste gekentert oder aufgebracht worden seien. An Bord befanden sich laut UNHCR Nordafrikaner und Menschen aus Ländern südlich der Sahara.

Gabriele del Grande. Foto: epo.de/kbDie Schleppersaison im Mittelmeer hat gerade begonnen. Das UNHCR-Büro in Rom berichtete, dass vergangene Woche zwei Boote Italien erreicht hatten. Auf Sizilien seien 244 Personen angekommen, auf Lampedusa 219. Im vergangenen Jahr erreichten 36.000 “boat people” aus Nordafrika Italien auf dem Seeweg; drei Viertel von ihnen suchten um Asyl nach. Die Hälfte von ihnen erhielt von den italienischen Behörden internationalen Schutz. 525 Menschen seien, soweit dies nachgewiesen werden kann, bei der Überfahrt gestorben oder gelten weiter als vermisst.

Der italienische Journalist Gabriele del Grande (Foto), der den Blog “Fortress Europe” betreibt, hat jahrelang Presseberichte und andere Quellen ausgewertet. Seinen Recherchen zufolge starben seit 1988 entlang der europäischen Grenzen “mindestens 13.239 Immigranten, davon sind 5.122 Leichen immer noch im Mittelmeer verschollen.” Seit 2003 hält Libyen im Auftrag der EU Migranten auf dem Weg nach Europa in Gefangenenlagern auf, in denen nach den Erkenntnissen von del Grande auch Folterungen vorkommen.

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