Giunea-Bissau

Bissau/Berlin (epo.de). - Der Minister für territoriale Verwaltung und Präsidentschaftskandidat für die Wahlen am 28. Juni, Baciro Dabo, ist am Freitag in seinem Haus in der Hauptstadt Bissau erschossen worden. Bewaffnete in Uniformen seien um vier Uhr morgens in sein Schlafzimmer eingedrungen und hätten mehrere Schüsse auf Dabo abgegeben, berichtete die BBC am Freitag.

Der Sender Al Jazeera zitierte eine Erklärung des Innenministeriums, derzufolge Dabo sich einer Festnahme durch Regierungssoldaten widersetzt habe und dabei getötet worden sei. Dabos Stabschef Lamine Diata hingegen habe erklärt, der Minister habe neben seiner Frau geschlafen, als die Militärs das Feuer auf ihn eröffneten.

Dabo galt als enger Vertrauter des früheren Präsidenten Joao Bernardo "Nino" Vieira, der am 2. März von Soldaten getötet worden war. Das Attentat auf Vieira war nach Ansicht politischer Beobachter ein Racheakt von Anhängern des damaligen Generalstabschefs der Streitkräfte, Tagme Na Waie, der nur Stunden vor Vieira bei einer Bombenexplosion gestorben war.

Laut BBC hatten hochrangige Militärs jetzt ein Motiv, Baciro Dabo zu töten, weil sie befürchteten, er werde als Präsident eine Untersuchung des Mordes an seinem Vorgänger Joao Bernardo Vieira anordnen. Derzeit werden die Amtsgeschäfte des Präsidenten kommissarisch von Parlamentspräsident Raimundo Pereira geleitet.

Guinea-Bissau gilt seit langem als einer der wichtigsten Drogenumschlagsplätze für Kokain, das von Südamerika nach Europa geliefert wird. Die frühere portugiesische Kolonie hat rund 1,5 Millionen Einwohner und ist eines der ärmsten Ländern der Welt.

epo.de: Guinea-Bissau: Putschisten töten Präsidenten (2.3.2009)
taz: Mysteriöser Putschversuch
www.guineabissau-government.com

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