Laptop Washington (epo.de). - Ein schneller und bezahlbarer Internet-Zugang und mobile Telefondienste sind Schlüsselfaktoren für wirtschaftliches Wachstum, mehr Arbeitsplätze und gesellschaftliche Entwicklung in den Ländern des Südens. Zehn Prozent mehr Anschlüsse an das High Speed-Internet seien gleichbedeutend mit 1,3 Prozent Wirtschaftswachstum, heißt es im Weltbank-Bericht "Information and Communications for Development 2009: Extending Reach and Increasing Impact", der am Dienstag in Washington veröffentlicht wurde.

Der Bericht widmet sich der Frage, wie Informations- und Kommunikationstechnologien das Wachstum in Entwicklungsländern beeinflussen. Der Mobilfunk ist demnach in sich entwickelnden Volkswirtschaften das mächtigste Werkzeug, um öffentliche und private Dienstleistungen Hunderten Millionen Menschen in ländlichen Regionen zur Verfügung zu stellen.

"Die Internet-Nutzer in Entwicklungsländern haben sich zwischen 2000 und 2007 verzehnfacht, und es gibt jetzt mehr als vier Milliarden Mobiltelefon-Anschlüsse in den sich entwickelnden Ländern", sagte Mohsen Khalil, der Direktor für Globale Informations- und Kommunikationstechnologien der Weltbank-Gruppe. "Diese Technologien eröffnen enorme Möglichkeiten."

 Monatlliche Internetpreise in US$ in Subsahara-Afrika. Quelle: ITU

NUR 15% DES MARKTES SIND ERSCHLOSSEN

Breitband-Netze bieten dem Bericht zufolge lokalen IT-Dienstleistern eine Basis, um Arbeitsplätze für jungen Menschen zu schaffen, die Produktivität und die Exportindustrie anzukurbeln und eine soziale Gemeinschaft aufzubauen. Gegenwärtig seien weniger als 15 Prozent des globalen IT-Dienstleistungsmarktes erschlossen. Dennoch umfasste das Marktvolumen bereits 2007 fast 500 Milliarden US-Dollar.

Der Bericht weist darauf hin, die Zahl der Internet-Nutzer in Entwicklungsländern habe sich in den Jahren zwischen 2000 und 2007 von 76 Millionen auf 786 Millionen mehr als verzehnfacht. In Subsahara-Afrika, wo ein Anschluss 62% des durchschnittlichen Monatseinkommens verschlingt, hatten 2006 lediglich vier von 100 Menschen einen Zugang. Ein DSL-Anschluss kostet in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara durchschnittlich 366 US-Dollar, in Indien hingegen nur 6 bis 44 Dollar.

Anteil der Haushalte in ausgewählten Ländern mit Telefon (rot), Kabelfernsehen (orange) und Elektrizität (ocker) 2007. Quelle: UNDP

Weltbank-Ökonomin Christine Zhen-Wei Qiang, die Autorin des Berichts, forderte die Regierungen auf, die Entwicklung lokaler IT-Dienstleister durch politische Regelungen und wirtschaftliche Anreize aktiv zu fördern. Darüber hinaus seien Investitionen in die Infrastruktur und in die Ausbildung erforderlich.

Der Bericht zeigt der Weltbank zufolge anhand von Beispielen in Brasilien, Ghana, Indien und anderen Entwicklungsländern, dass eine Regierungspolitik, die moderne Technologien nutzt, die Effizienz, Transparenz und Verantwortlichkeit des Staates fördert. Eine Übersicht über 30 Staaten hat zum Ergebnis, dass "erfolgreiches E-Government" den politschen Willen und eine effektive Koordination auf höchster Ebene voraussetzt.

"Der Zugang zum Breitband-Netz vervollständigt die Informationsbasis für eine moderne Volkswirtschaft und sollte in den nationalen Entwicklungsplänen Priorität haben", erklärte die Weltbank-Vizepräsidentin für nachhaltige Entwicklung, Katherine Sierra.

Die Weltbank ist der weltweit größte Geber im Bereich "ICT for development" (ICT4D) und unterstützt IT-Projekte in mehr als 100 Ländern mit rund drei Milliarden US-Dollar.

www.worldbank.org
www.worldbank.org/ic4d

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