Kinder in Asien. Foto: WHOStockholm (epo.de). - Ohne eine Verbesserung der Bewässerung und des Wassermanagements wird auf Asien ein chronischer Nahrungsmangel zukommen und die Gefahr sozialer Unruhen wachsen. Diese Warnung haben das International Water Management Institute (IWMI) und die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) am Dienstag im Rahmen der Weltwasserwoche in Stockholm ausgesprochen. Aufgrund des Bevölkerungswachstums könnte die Region im Jahr 2050 ein Viertel seines Bedarfs an Reis, Weizen und Mais importieren müssen.

IWMI und FAO stellten eine Studie mit dem Titel "Revitalizing Asia’s Irrigation: To Sustainably Meet Tomorrow’s Food Needs" vor, die anhand von Computermodellen Korrelationen zwischen Nahrungssicherheit und Umweltfaktoren wie der Wasserversorgung herstellte. Asien wird in den nächsten 40 Jahren um eineinhalb Milliarden Menschen wachsen. Der Studie zufolge hat die Region drei Optionen: große Mengen Getreide zu importieren, die Landwirtschaft ohne künstliche Bewässerung auszuweiten und zu verbessern oder sich auf die Bewässerungs-Landwirtschaft zu konzentrieren.

Weil die Getreidepreise in den kommenden Jahren volatil bleiben werden und der Nahrungsmittelbedarf sich bis 2050 verdoppeln könnte, warnte IWMI-Generaldirektor Colin Chartres davor, sich auf Getreideimporte zu verlassen. Die beste Lösung sei, das ausgedehnte Bewässerungssystem Asiens zu modernisieren, das 70 Prozent der gesamten bewässerten Flächen der Erde ausmache. Die Option, auf die traditionelle, vom Regen abhängige Landwirtschaft zu bauen, bringe nur sehr begrenzte Aussichten auf eine Steigerung der Nahrungsmittelproduktion. In Südasien beispielsweise würden bereits 94 % der Anbauflächen landwirtschaflich genutzt.

Der Bericht singt ein Loblied auf die umstrittene "Grüne Revolution" in den 1960er und -70er Jahren in Asien, die durch eine Kombination von Bewässerung, "verbesserten Getreidesorten" und Düngemitteln Hungersnöte weitgehend verhindert und den Lebensstandard angehoben habe. Von 1970 bis 1995 habe sich die bewässerte Fläche mehr als verdoppelt.

Land- und Wassermangel gefährdeten jetzt jedoch die Erfolge, so der Bericht. Um den Getreidebedarf im Jahr 2050 zu decken, müsse das bewässerte Farmland in Südasien um 30 % und in Ostasien um 47 % vergrößert werden. Der Wasserbedarf wachse damit um 57 beziehungsweise 70 Prozent. Diese Ziele zu erreichen, sei ohne einen dramatischen Anstieg der Wasserproduktivität unmöglich. Dazu müsse die Infrastruktur für die Bewässerung komplett modernisiert werden.

Die von IMWI und FAO entwickelten Szenarios lassen den Faktor Klimawandel außer acht, der für unregelmäßigere Regenfälle sorgen dürfte, wie die Autoren einräumen. Selbst die pessimistischsten Prognosen könnten sich deshalb als zu optmistisch herausstellen.

www.iwmi.cgiar.org/SWW2009



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