stop_stockouts_100Johannesburg (epo.de). - Im Kampf gegen häufige Krankheiten wie Malaria, Tuberkulose, HIV/Aids oder Durchfallerkrankungen setzen Gesundheitsaktivisten in Afrika jetzt auch auf Mobiltelefone und Textnachrichten (SMS). Weil in lokalen und regionalen Gesundheitszentren häufig wichtige Medikamente fehlen, nutzt eine Kampagne in Kenia, Malawi, Uganda und Sambia moderne Kommunikationstechnologien, um Fehlbestände zu melden und Druck auf die Regierungen auszuüben.

Die von dem NGO-Netzwerk Health Action International (HAI) Africa initiierte Aktion "stop stock-outs" visualisiert den Medikamenten-Mangel auf einer interaktiven Landkarte und zeigt so auf, wo Antibiotika ausgegangen sind oder andere wichtige Präparate fehlen. In ländlichen Gesundheitszentren seien oft nur 40 bis 50 Prozent der wichtigsten Medikamente verfügbar, sagte Christa Cepuch, eine Apothekerin bei HAI Africa.

Die Ursachen für den Medikamentenmangel sind von Land zu Land unterschiedlich, überall sind die medizinischen Einrichtungen jedoch unterfinanziert. Im Falle Kenias habe ihre Organisation ausgerechnet, dass die Regierung nicht mehr als 0,27 US-Dollar pro Person und Jahr für wichtige Medikamente bereitstelle, so Cepuch. Hinzu kämen Korruption, ein Mangel an Fachpersonal und der fehlerhafte Umgang mit Medizinvorräten. Die globale Finanzkrise habe das Problem noch verschärft. In vielen afrikanischen Ländern, darunter Uganda und Südafrika, seien antiretrovirale Medikamente zur HIV/Aids-Behandlung kaum noch zu bekommen.

Mangel an wichtigen Medikamenten in Kenia, Malawi, Uganda und Sambia. Die Fehlbestände werden per SMS gemeldet.
Mangel an wichtigen Medikamenten in Kenia, Malawi, Uganda und Sambia. Fehlbestände werden per SMS gemeldet.


Lokale Fehlbestände an Medikamenten sind in Afrika auch deshalb gefährlich, weil arme Patienten sich die Reise in ein anderes Gesundheitszentrum, das möglicherweise noch über Lagerbestände verfügt, oft nicht leisten können.

stopstockouts.org


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