Flut in Manila. Foto: IRINManila/Berlin (epo.de). - Auf den Philippinen sind beim schwersten Tropensturm seit mehr als 40 Jahren nach Angaben der Behörden mindestens 240 Menschen ums Leben gekommen. Zahlreiche Menschen werden noch vermisst. Fast eine halbe Million Einwohner im Großraum der Hauptstadt Manila wurden obdachlos. Die Regierung des Inselstaates bat die internationale Staatengemeinschaft um Nothilfe.

Durch den Wirbelsturm "Ketsana" wurden rund 80 Prozent von Metro-Manila überschwemmt. "Wir haben zu wenig Leute und Material", erklärte der Chef des Katastrophenschutzes, Anthony Golez. Die Gesundheitsdienste warnten vor dem Ausbruch von Seuchen.

Das UN World Food Programme (WFP) kündigte am Montag an, lebenswichtige Nahrungsrationen an etwa 180.000 Menschen verteilen, die unter den Auswirkungen des Sturms leiden.

"Das Ausmaß des menschlichen Leidens nach dieser Naturkatastrophe rührt uns zutiefst", sagte Stephen Anderson, WFP-Landesdirektor auf den Philippinen. Das WFP werde als Teil der Soforthilfe gemeinsam mit der Regierung mehr als 740 Tonnen Reis an 178.000 Flutopfer in den am schlimmsten betroffenen Gebieten verteilen.

Freiwillige des Roten Kreuzes bergen und versorgen seit zwei Tagen Opfer der schweren Überschwemmungen auf den Philippinen. Der Wirbelsturm kam nicht unerwartet. Durch Übungen und Probe-Evakuierungen hatten sich die Menschen auf die Katastrophe vorbereitet. "Durch Vorsorge können wir mehr Menschen retten. Unsere Arbeit beginnt lange bevor die Katastrophe kommt", sagte Emilio Tejeira, der für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Katastrophenvorsorge auf den Philippinen organisiert.

Zusammen mit dem Philippinischen Roten Kreuz bereitet Tejeira die Menschen auf die immer wiederkommenden Wirbelstürme vor: Schulkinder üben Evakuierungen und Erste Hilfe und lernen, welche Orte im Katastrophenfall sicher sind. Freiwillige werden in Erster Hilfe geschult, um schnell helfen zu können. "Genau diese Maßnahmen kommen nun den Überlebenden zugute", erklärte das DRK am Montag.

Derzeit sind mehr als 20 Teams in Schlauchbooten auf den überfluteten Straßen unterwegs. Sie brachten am Samstag und Sonntag Menschen von Dächern, Bäumen und Mauern in Sicherheit. Evakuierungszentren des DRK dienen jetzt als Verteilungsplätze für Hilfsgüter wie Kleidung, Lebensmittel, Kochausrüstungen, Decken, Seife und Handtücher.

Auf der Hauptinsel Luzon, aber auch auf Mindanao und den Visayas laufen die Hilfseinsätze auf Hochtouren. Freiwillige, Helfer der Organisation CDRC (Citizens' Disaster Response Center) und Soldaten retteten Tausende Menschen von ihren Hausdächern und aus Baumkronen.

Nach Informationen der Diakonie Katastrophenhilfe sind Tausende Menschen auf der Flucht vor den Wassermassen. Die Einsatzkräfte seien angesichts des großen Katastrophengebiets überfordert: Fast eine halbe Million Menschen sind betroffen, über 100.000 Menschen sind derzeit in Notunterkünften untergebracht.

"Ich konnte meine Großmutter und meinen Onkel erst heute vom Dach ihres Hauses retten, seit Samstag haben sie dort auf Hilfe gewartet", erzählt Projektleiter Carlos Padolina vom CDRC. Noch immer würden viele Menschen auf ihren Hausdächern ausharren und Wasser und Schlamm brusthoch in den Straßen stehen. Dabei erwartet der Wetterdienst für Mitte der Woche bereits zwei neue Tropenstürme, die sich derzeit über dem warmen Wasser des Pazifischen Ozeans aufladen.

Die Regenfälle, die Tropensturm "Ketsana" am Samstag gebracht hatte, waren laut Meteorologen die schwersten Niederschläge seit Juni 1967. Innerhalb von sechs Stunden regnete es so viel wie sonst in einem Monat.

Die Partnerorganisation CDRC der Diakonie Katastrophenhilfe hat - obwohl ihr eigenes Büro ebenfalls überschwemmt wurde - unmittelbar nach dem Tropensturm begonnen, die Opfer von "Ketsana" mit dem Notwendigsten zu versorgen. Mitarbeiter der örtlichen Katastrophenschutzteams stellen Hilfspakete für die Menschen zusammen. Sie brauchen vor allem Lebensmittel und Wasser. Darüber hinaus verteilen die Helfer Kochgeschirr, Decken und Medikamente, um den Ausbruch von Krankheiten durch verschmutztes Trinkwasser zu verhindern. Die Diakonie Katastrophenhilfe stellt 25.000 Euro für die Opfer des Tropensturms zur Verfügung.

Die Anzahl und Stärke der Stürme haben in den vergangenen Jahren auf Grund der Auswirkungen des Klimawandels stark zugenommen, so die Diakonie Katastrophenhilfe. Sie unterstützt seit zwei Jahren gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation CDRC Gemeinden in besonders gefährdeten Gebieten. Um die Bevölkerung besser vor Tropenstürmen und Taifunen zu schützen, zielt ein vom Auswärtigen Amt gefördertes Projekt vor allem auf die Katastrophenvorsorge.

DRK-Spendenkonto: 41 41 41
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ: 370 205 00
Stichwort: "Philippinen"

Diakonie Katastrophenhilfe
Konto 502 707, Postbank Stuttgart, BLZ 600 100 70
Kennwort: "Sturmhilfe Asien"

Caritas international:
Konto 202,
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BLZ 660 205 00
Kennwort: "Sturmhilfe Asien"

Foto: © IRIN

www.drk.de

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