schmuck_suedwind_150Siegburg (epo.de). - Bei der Herstellung von Schmuck gibt es entlang der gesamten Produktionskette große Missstände - von der Umweltzerstörung bis hin zu miserablen Arbeitsbedingungen. Das weist eine neue Studie nach, die das SÜDWIND-Institut am Dienstag in Siegburg veröffentlicht hat. Geichzeitig wissen viele Schmuckhersteller und -händler nicht, woher die Rohstoffe ihrer Waren kommen und unter welchen Bedingungen sie gewonnen wurden. SÜDWIND fordert alle am Schmuckhandel beteiligten Unternehmen auf, in Verbesserungen der Situation zu investieren.

Entlang der gesamten Produktionskette von Schmuck gebe es viele ungelöste Probleme, so SÜDWIND. "Ausgerechnet bei der Goldproduktion, dem umsatzstärksten Rohstoff der Schmuckindustrie, herrschen die massivsten Missstände. Die Verwüstung großer Flächen und der Einsatz giftiger Chemikalien gehören ebenso zur Produktionskette wie in vielen Staaten Millionen Kleinschürfer, die unter verheerend schlechten Bedingungen arbeiten", erklärte Friedel Hütz-Adams, Hauptautor der Studie.

Auch beim Abbau von begehrten Edelsteinen wie Diamanten, Rubinen, Smaragden oder Saphiren sind der Studie zufolge erhebliche Missstände in vielen Staaten an der Tageordnung. Dies gelte auch für die Produktion von Silber und Platin.

Ein großer Teil des in Deutschland verkauften Schmucks wird laut Hütz-Adams in Billiglohnländern gefertigt. "Die wenigen vorliegenden Daten belegen, dass ein Teil der Produktion im informellen Sektor stattfindet. Unsichere Arbeitsverhältnisse, geringe Löhne und hohe gesundheitliche Risiken für die Beschäftigten sind an der Tagesordnung."

"Investoren kommt eine Schlüsselrolle in der Verbesserung der sozialen und ökologischen Standards in der Förderung von Edelmetallen und Diamanten zu", sagte Antje Schneeweiß, die sich in der Studie mit der Frage auseinandersetze, was die Geldgeber der Branche unternehmen können. "Bergbauunternehmen sind bei der Erschließung neuer Minen auf das Kapital von Investoren angewiesen. Diese müssen endlich konsequent Umwelt- und Sozialstandards in den von ihnen mitfinanzierten Projekten einfordern."

Die Schmuckbranche ist SÜDWIND zufolge durch einige internationale Initiativen auf dem Weg, Regeln für einen transparenteren und faireren Markt zu entwickeln. Die Umsetzung der geplanten Verbesserungen werde nach den derzeitigen Planungen bei den meisten Unternehmen aber noch Jahre in Anspruch nehmen und zudem nur Mindeststandards umfassen.

SÜDWIND hält es daher für dringend notwendig, dass die deutsche Bundesregierung aktiv wird. Freiwillige Ansätze von Unternehmen müssten durch eine Gesetzgebung ergänzt werden, die Standards vorschreibt und einklagbar macht, fordert SÜDWIND.

Foto: SÜDWIND-Studie

www.suedwind-institut.de

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