bmzBerlin (epo.de). - Vertreterinnen und Vertreter der Entwicklungspolitik, der Finanzaufsicht und der Versicherungswirtschaft haben am Montag in Berlin über die weitere Verbreitung von Mikroversicherungen diskutiert. Zu der Konferenz mit dem Titel "Enabling Microinsurance" hatten das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eingeladen.

Die Parlamentarische Staatssekretärin im BMZ, Gudrun Kopp, sagte zum Auftakt der Konferenz: "Wer in einem Entwicklungsland seine Existenzgrundlage verliert - etwa durch Naturkatastrophen oder einen Unfall - kann derzeit kaum auf finanzielle Hilfe hoffen. Mikroversicherungen helfen armen Menschen dabei, ihre Existenz abzusichern, und das oft schon zu geringen Beiträgen. Uns geht es heute darum, gemeinsam solche Versicherungen für mehr Menschen zugänglich zu machen. Für mich sind Mikroversicherungen ein Beispiel moderner und effizienter Entwicklungspolitik." Die Ergebnisse der Gespräche werde das BMZ auch in die laufenden G20-Verhandlungen einbringen.

Das gemeinsame Engagement betonte auch Jochen Sanio, Präsident der BaFin: "Um nachhaltige Mikrofinanz-Strukturen zu etablieren, bedarf es gemeinschaftlicher Anstrengungen auf unterschiedlichen Gebieten", machte er in Berlin deutlich. Auch die Versicherungsaufseher seien gefragt. Ihre Aufgabe sei es, die Belange der Versicherten ausreichend zu wahren und sicherzustellen, dass die Versicherer jederzeit in der Lage seien, ihre Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen zu erfüllen. "Die Versicherungsnehmer müssen sich auf ihre Versicherer verlassen können", sagte Sanio, dies gelte "umso mehr für Versicherungsnehmer, die am unteren Ende der Wohlstandspyramide stehen und sich jeden Cent Versicherungsprämie hart erarbeiten müssen."

Zu den Organisatoren der Konferenz gehörte auch die "Access to Insurance Initiative". Brigitte Klein, Leiterin des Sekretariats der Initiative, hält den Aspekt der Aufsicht für bedeutend: "Es kommt darauf an, die Finanzmärkte in ihrem Wachstum so zu stärken, dass dort faire Versicherungen für arme Menschen angeboten werden."

Die "Access to Insurance Initiative" wurde 2009 auf der Jahreskonferenz der Internationalen Vereinigung der Versicherungsaufsichtsbehörden (IAIS) ins Brasilien ins Leben gerufen. Sie ist eine Partnerschaft aus der IAIS, dem BMZ, der Consultative Group to Assist the Poor (CGAP), der Internationale Arbeitsorganisation (ILO) und Finmark Trust. Ziel der Initiative ist, angepasste internationale Standards und Richtlinien für Mikroversicherungen zu entwickeln sowie die Kapazitäten der Versicherungsaufsichtsbehörden weltweit zu stärken, um den Schutz der Versicherungsnehmer zu garantieren und ein gesundes Wachstum von Mikroversicherungsmärkten zu fördern.

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