suedwindSiegburg (epo.de). - Die drei großen Krisen, die Klimakrise, die Nahrungsmittelkrise und die Finanzmarktkrise, erschweren die Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele (MDG) der Vereinten Nationen. Dennoch können die notwendigen Mittel zur sozialen Abfederung der Krisen, zur Erreichung der MDG und für den Klimaschutz aufgebracht werden. Zu diesem Schluss kommt eine neue SÜDWIND-Studie mit dem Titel "Wer soll das bezahlen? Klimakrise. Nahrungsmittelkrise. Finanzmarktkrise", die am Mittwoch in Siegburg erschienen ist.

Die Vereinten Nationen ziehen vom 20. bis 22. September in New York eine Zwischenbilanz zum Stand der Millennium-Entwicklungsziele. Der SÜDWIND-Studie zufolge haben die drei großen globalen Krisen die Erreichung der MDG bis zum Jahr 2015 erschwert. So lebten heute mehr als eine Milliarde Menschen in Armut - mehr als jemals zuvor. "Alle drei Krisen treffen die Armen besonders stark, obwohl sie nicht zu deren Entstehen beigetragen haben", erklärte Irene Knoke, Expertin für entwicklungspolitische Fragen bei SÜDWIND und Autorin der Studie. "Wenn die Entwicklungsländer mit zusätzlichen Kosten zur Anpassung oder Abfederung solcher Krisen konfrontiert sind, müssen diese Kosten von den Verursachern der Krisen getragen werden."

Die Studie versucht, dieser Forderung Nachdruck zu verleihen und beschreibt eine Reihe bereits existierender Vorschläge. So sollen durch innovative Instrumente krisenverstärkende Ursachen wie beispielsweise der CO2-Ausstoß oder Spekulationen auf den Finanzmärkten mit einer Abgabe belegt werden, um so gleichzeitig Gelder mobilisieren zu können. Zu diesen Vorschlägen zählen unter anderem die Finanztransaktionssteuer, Flugticketabgabe oder ein entschiedeneres Vorgehen gegen Steuerflucht und Steueroasen.

Gerade jetzt bedürfe es enormer Summen, um die Folgen der einzelnen Krisen zu bewältigen, so SÜDWIND. Allein zur Anpassung an den Klimawandel brauchten die Entwicklungsländer jährlich 50 bis 100 Milliarden US-Dollar. Mindestens doppelt so viel wäre anfänglich nötig, um auch im Süden ausreichende Mittel für den Klimaschutz zur Verfügung zu stellen.

Als Hauptverursacher der Krisen stehe der Norden dabei in der Pflicht, die armen Länder auf diesen Kosten nicht sitzen zu lassen und gleichzeitig seine internationale Verpflichtung zur Armuts- und Hungerbekämpfung einzuhalten. "Die in der Studie dargestellten Instrumente könnten Gelder zum Schuldenabbau mobilisieren, so dass eine Sparpolitik, wie sie bereits von den wichtigsten Industrienationen angedacht ist, nicht nötig wäre. Angesichts der großen Herausforderungen in der Armutsbekämpfung wäre Sparen mit einer Kapitulation vor den MDG gleichzusetzen", stellte Martina Schaub, Geschäftsführerin von SÜDWIND, fest.

"Wir fordern den Mut der Politik, bereits diskutierte oder existierende Finanzierungsinstrumente umzusetzen, auszuweiten und in den Dienst der Armutsbekämpfung und Klimafinanzierung zu stellen, denn auf diese Weise könnte weit mehr Geld mobilisiert werden, als zur Bewältigung der drei Krisen in den Entwicklungsländern und zur Erreichung der MDG nötig wäre," sagte Knoke.

Die Studie wird auf www.suedwind-institut.de zum Download angeboten und kann als Druckversion unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder via Tel.: 02241-536 17 zum Preis von 5 Euro bestellt werden.

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