WWFGleneagles/Frankfurt (epo). - Die Umweltorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) hat den vom G8 Gipfel erzielten Kompromiss zum Klimaschutz als verpasste Chance bezeichnet. Die von der deutschen Bundesregierung vollmundig verkündeten "Fortschritte" seien ein "Etikettenschwindel". Bei der Bush-Administration sei keinerlei Bewegung erkennbar.

Im vorab bekannt gewordenen Abschlussdokument werde anerkannt, dass der Klimawandel ein Problem darstellt, so der WWF. Es gebe aber keine konkreten Ziele oder Maßnahmen vor. "Das ist in etwa so, als ob die Regierungschefs anerkennen, dass die Erde keine Scheibe ist", kritisierte Jennifer Morgan, Leiterin des internationalen Klimaprogramms des WWF. Die bekannt gewordenen Formulierungen seien "windelweich" und blieben weit hinter den notwendigen Maßnahmen zurück.

Der G8-Gipfel habe versäumt, ein klares Bekenntnis abzugeben, den globalen Temperaturanstieg unter zwei Grad Celsius zu halten. Hierzu seien stärkere Reduzierungen der Treibhausgasemissionen nötig. Allein auf technische Innovationen zu setzen, wie es die US-Regierung propagiere, gehe am Problem vorbei. Natürlich müssten technische Lösungen vorangetrieben werden, parallel müsse man aber Rahmenbedingungen schaffen, damit sich Investitionen in klimaverträgliche Technologien lohnten, so der WWF.

Die Europäer haben nach Einschätzung des WWF die Chance verpasst, sich als zukunftsfähige Regierungen zu profilieren. Insgesamt habe sich der Graben zwischen den USA und dem Rest der Welt noch vertieft. Der WWF ist enttäuscht, dass es nicht gelungen sei, den fünf größten Schwellenländern, Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südafrika den Weg für eine CO2-arme Entwicklung zu ebnen. Finanzielle und technische Unterstützung der G8 suche man in dieser Hinsicht vergeblich.

WWF


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