Heidemarie Wieczorek-ZeulBerlin (epo). - Die deutsche Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul hat im Gegensatz zu kritischen Stimmen nichtstaatlicher Organisationen  die Ergebnisse des G8 Gipfels in Gleneagles als "beeindruckendes Signal für Frieden, Freiheit und Demokratie" gewertet und von einer "historischen Entscheidung" gesprochen. Als besonders bedeutsam würdigte die Ministerin den Entschluss, bis zum Jahr 2010 die weltweiten Mittel der Entwicklungszusammenarbeit deutlich aufzustocken.

"Dieser G8-Gipfel sendet ein beeindruckendes Signal der Entschlossenheit, sich für Frieden, Freiheit und weltweite Gerechtigkeit einzusetzen. Vor allem haben die in Gleneagles versammelten Staats- und Regierungschefs deutlich gemacht, dass der Terrorismus keine Chance haben darf", erklärte Wieczorek-Zeul. "Im Angesicht des widerwärtigen Terroranschlags in London, den ich in aller Schärfe verurteile, haben die Staats- und Regierungschefs historische Entscheidungen getroffen - historische Entscheidungen vor allem für die 700 Millionen Menschen, die in Afrika leben. Damit haben sie ein Bekenntnis zur nachhaltigen Armutsbekämpfung abgelegt."

Bis zum Jahr 2010 sollten die weltweiten jährlichen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit um 50 Milliarden US-Dollar steigen. Von dieser Steigerung sollten 25 Milliarden US-Dollar für Afrika, den ärmsten Kontinent, aufgewandt werden, was eine Verdoppelung der Mittel für Afrika bedeute, so das Entwicklungsministerium. Zudem sei der bereits von den G8-Finanzministern gefasste Beschluss zur Entschuldung der ärmsten hoch verschuldeten Entwicklungsländer bestätigt worden. "Ich kann mich nur der Stellungnahme der G8 anschließen, die in ihrem Abschlussdokument gesagt haben: 'Hoffnung ist die Antwort auf Hass'." Genau das sei der richtige Weg, wie demokratische und rechtsstaatliche Staaten deutlich machen können, für welche Werte sie stehen und für welche Werte sie bereit seien, sich zu verteidigen.

"Dabei möchte ich diese bahnbrechenden Entschlüsse gegen alle Kritiker verteidigen. Entwicklungszusammenarbeit wirkt, die zugesagten Mittel kommen den wirklich Bedürftigen zugute, und es ist unsere Pflicht, dazu beizutragen, dass die Menschen auf unserem Nachbarkontinent Afrika Lebensperspektiven erhalten", sagte Wieczorek-Zeul.

Die Ministerin verwies auf Erfolge der Entwicklungszusammenarbeit. So habe sich in Mosambik durch Entschuldung und Entwicklungszusammenarbeit die Einschulungsrate innerhalb von nur sechs Jahren - zwischen 1997 und 2003 - von 47,3% auf 75,6% gesteigert. Auch in Tansania habe sich innerhalb kürzester Zeit die Zahl der Schulkinder verdoppelt. "Selbstverständlich kommt es darauf an, dass die afrikanischen Staaten Korruption bekämpfen, ihre Regierungen und Verwaltungen gut führen", betonte die Ministerin. "Doch müssen gleichzeitig auch die Industrieländer ihre Verantwortung wahrnehmen und mit Wissen und Unterstützung zu einer Verbesserung der Lebensumstände beitragen. Das haben die G8 jetzt eindrucksvoll bewiesen."

Die Ministerin nahm die "Erfolge" des G8-Gipfels zum Anlass, auch für einen Abschluss der jetzt laufenden WTO-Verhandlungsrunde Ende des Jahres in Hongkong zu werben. Dabei müssten Beschlüsse gefasst werden, die den Entwicklungsländern faire Chancen auf den Weltmärkten eröffneten, forderte die Ministerin.

? BMZ


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