apple_fair_100Berlin. - Apple, das teuerste Unternehmen der Welt, präsentiert derzeit stolz sein neues iPhone 5. Doch bei der Herstellung des Mobiltelefons gibt es einer neuen Studie zufolge die altbekannten Probleme. Die chinesischen Arbeiterinnen und Arbeiter beim Apple-Zulieferer Foxconn müssten noch immer unter harten Bedingungen schuften, berichtet die Arbeitsrechts-Organisation SACOM aus Hong Kong. Die Studie "iSlave Behind the iPhone" untersucht den Foxconn-Standort Zhengzhou.

Entwicklungsorganisationen wie Germanwatch sind enttäuscht, "dass Apple anscheinend noch nicht aus den Problemen und Arbeitsrechtsverletzungen bei chinesischen Zulieferern in den vergangenen Jahren gelernt hat". Sie verweisen unter anderem auf eine Selbstmordserie bei Foxconn-Arbeitern, eine Explosion mit Todesfolge in der iPad-Fabrik in Zhengzhou und Vergiftungen beim Zulieferer Wintek.

"Apple ist die wertvollste Markenfirma der Welt und hat in jedem der letzten drei Quartale sechs und sieben Milliarden Dollar Gewinne eingefahren. Apple sollte nicht nur seine Profite im Blick haben, sondern auch die Arbeitsbedingungen in seiner Lieferkette", sagte Cornelia Heydenreich von Germanwatch, Koordinatorin der Kampagne makeITfair in Deutschland.

In der neuen iPhone-Produktionsstätte in Zhengzhou im Landesinneren von China hat SACOM ähnliche Probleme identifiziert wie bei anderen Produzenten von Apple-Geräten in China. Die Arbeiter erhalten dem Bericht zufolge geringere Löhne als in Foxconn-Fabriken im industrialisierten Süden des Landes. Sie beschwerten sich über falsche Lohnzusagen, denn die angekündigten Löhne könnten sie nur mit massiven Überstunden erreichen. Sie müssten sich regelmäßig vor und nach ihren Schichten zu Treffen einfinden, die nicht bezahlt würden. Wenn sie das hohe Produktionsziel nicht schaffen, müssten sie - oft unbezahlte - Überstunden leisten.

Arbeiter aus der Metallverarbeitungsabteilung in Zhengzhou, so die Studie, klagten über Kopfschmerzen und Hautausschläge sowie mangelhafte Schutzkleidung und fehlende Sicherheitsschulungen. "Solche Probleme sind in der Zulieferkette von Apple nicht neu. Apple hält weder seinen eigenen Verhaltenskodex ein noch zahlt es den Arbeitern Entschädigungen für die Arbeitsrechtsverletzungen", erklärte Debby Chan von SACOM, Autorin der Studie "iSlave Behind the iPhone. Foxconn Workers in Central China".

In diesem Jahr haben makeITfair und GoodElectronics die internationale Kampagne "Time to bite into a fair Apple" gestartet, die Apple dazu bringen will, Vorreiter bei fairen Arbeitsbedingungen in der Lieferkette in China zu werden. "Wir sind enttäuscht, dass Apple den Dialog mit uns verweigert. Abgesehen von einer Telefonkonferenz Anfang Mai hat Apple nicht auf unsere Vorschläge reagiert. Tausende Verbraucher unterstützen uns in unseren Forderungen. Apple sollte faire Produkte herstellen und die Probleme in der Lieferkette beheben", sagte Cornelia Heydenreich.

SACOM: "iSlave Behind the iPhone. Foxconn Workers in Central China"

http://makeitfair.org

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