sackgasse_profitgierKöln. - Die Kritischen Aktionäre haben eine neue Kampagne gestartet, die sich gegen unethische Finanzierungen und Spekulationsgeschäfte richtet. Unter dem Motto "Raus aus der Sackgasse Proftigier!" fordert der Dachverband, Investitionen in Rüstungsproduktion und Atomkraft sowie Spekulation mit Agrarrohstoffen zu stoppen.   

"Profitgier stumpft Menschen ab und macht sie blind gegenüber Mitmenschen und Umwelt", erklärte Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands. "Spekulation mit Agrarrohstoffen macht Weizen und Mais für Arme in Entwicklungsländern unbezahlbar. Investition in Atomkraft und Rüstung tötet Unschuldige."

"Leider gibt es noch viele Konzerne, die viel von Profitmaximierung, aber wenig von Ethik halten", sagte Vorstandsmitglied Barbara Happe. "Erst wenn die Unternehmen einen Imageschaden befürchten, reagieren sie und geloben Besserung." Happe, die als Bankenreferentin bei der Mitgliedsorganisation urgewald arbeitet, verweist auf die "explosiven Investments" der Deutschen Bank bei Streumunitionsherstellern wie der Firma Alliant Techsystems. "Dass die Deutsche Bank kürzlich bekannt gab, zukünftig auf Investitionen in Streumunition verzichten zu wollen, ist auf unsere gemeinsame Arbeit zurück zu führen."

"Streumunition ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Jetzt geht es um den geplanten Export von 200 Leopard-2-Panzern an Saudi-Arabien, von dem die Deutsche Bank und der Rüstungskonzern Rheinmetall profitieren", betonte Vorstandsmitglied Paul Russmann. Jede Kundin und jeder Kunde könne bei der "Entrüstung" seiner Banken mithelfen, so Russmann. "Verlangen Sie von Ihrer Bank, auf Investments in Rüstung zu verzichten."

In der Hauptversammlungssaison 2012 will sich der Dachverband der Kritischen Aktionäre mit der Verwicklung von DAX-Unternehmen in "Land Grabbing" und die Spekulation mit Agrarrohstoffen beschäftigen. "An Konzernen, die eine neue Form des Landraubs betreiben, beteiligen sich die Deutsche Bank mit ihrer Fondsgesellschaft DWS und die Allianz RCM Global Agricultural Trends", sagte Dufner. "Die Aktienfonds DWS Global Agribusiness Fund und DWS Invest Global Agribusiness Fund kaufen Aktien börsennotierter Agrarkonzerne und investieren dabei entlang der gesamten Lebensmittelwertschöpfungskette. Anleger können den Banken und Fondsgesellschaften ein deutliches Signal geben, wenn Sie nicht in Agrarrohstoff-Fonds investieren."

Als widersprüchlich bezeichnet der Dachverband die Haltung der Bundesregierung zur Atomkraft. "Hierzulande plant die Regierung Merkel den Ausstieg aus der Atomkraft, aber in Brasilien will sie mit einer Risikobürgschaft von 1,3 Milliarden Euro den Bau des AKW Angra 3 ermöglichen", so Dufner. Wählerinnen und Wähler sollten ihre Abgeordneten auffordern, sich gegen die Atombürgschaft zu stellen.

www.kritischeaktionaere.de

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