difaem_100Tübingen. - In Papua-Neuguinea ist jeder vierte Todesfall in den Krankenhäusern durch Tuberkulose verursacht. Das berichtet das Deutsche Institut für Ärztliche Mission (Difäm) anlässlich des Welt-Tuberkulose-Tages am 24. März. Auf der Insel Karkar mit rund 80.000 Einwohnern ist das Gaubin-Hospital, das vom Difäm unterstützt wird, das einzige Behandlungszentrum für Tuberkulose. Überdurchschnittlich viele der Erkrankten sind Kinder.

"Balus" bedeutet "Flugzeug" auf Tok Pisin, einer der vielen Sprachen in Papua-Neuguinea. Fast aber hätte der kleine Balus nicht ins Leben abheben können, berichtet die deutsche Ärztin Tanja Ihle. Im Gaubin-Hospital ist sie zuständig für das Tuberkulose-Programm. Eher zufällig war ihr der Junge aufgefallen. Er war eineinhalb Jahre alt, von Kopf bis Fuß mit Hautpilz bedeckt, hustete und nahm seine Umwelt kaum wahr. Sein Entwicklungsstand entsprach dem eines dreimonatigen Säuglings.

Balus litt an schwerer Lungentuberkulose und Mangelernährung. Es sei nicht einfach gewesen, die Familie zu überzeugen, ihn ins Krankenhaus zu bringen, sagt Tanja Ihle. In Papua-Neuguinea haben viele Menschen Angst vor Tuberkulose. Schon beim ersten Verdacht werden Betroffene und ihre Familien von Freunden und Dorf gemieden.

Tanja Ihle und ihr Team im Gaubin-Hospital bemühen sich, die Tuberkulose einzudämmen. Sie testen und heilen, klären auf und schulen Ehrenamtliche und Familienangehörige in Vor- und Nachsorge. Die Ausgrenzung der Kranken kann lebensbedrohlich werden, denn die Familien müssen für die Ernährung im Krankenhaus selbst sorgen und die Patienten sind nach der Entlassung dringend auf ihre Familien angewiesen. "Wer an Tuberkulose erkrankt, bekommt meist Probleme mit der Familie und ist im Krankenhaus dann oft hungrig", sagt Tanja Ihle.

Damit weniger Menschen erkranken und mehr Menschen eine Infektion überleben, will das Krankenhaus sein erfolgreiches Programm ausweiten. Besonders in den Dörfern ist Aufklärung und Unterstützung wichtig. Hier werden Freiwillige ausgebildet, die dafür sorgen, dass Tuberkulose-Verdachtsfälle ins Krankenhaus kommen. Zur Unterstützung der Arbeit des Gaubin-Hospitals bittet das Difäm um Spenden.

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