wvNairobi. - Ein grüner Sahel und eine Wiederbelebung verödeter Gebiete Afrikas sind möglich. Bis 2022 sollen Äcker in Ostafrika bis zu 20 Prozent mit Bäumen bewachsen sein, die das Kleinklima und die Bodenfruchtbarkeit verbessern. Dieses starke Signal ging jetzt von der "Beating Famine" Konferenz in Nairobi aus, die von World Vision und dem Agroforestry Institut organisiert wurde. Die dreitägige Konferenz ging am Freitag zu Ende.

"Noch nie habe ich an einer Konferenz teilgenommen, bei der die Teilnehmer am Ende so voller Hoffnung und Begeisterung waren", erklärte Silvia Holten, Pressesprecherin von World Vision Deutschland. Bereits Ende April und im Mai sollen in Äthiopien und Uganda weitere Workshops zum Thema stattfinden.

An der Konferenz nahmen etwa 200 Teilnehmer aus der ganzen Welt teil. Vertreten waren World Vision zufolge Politiker aus Somalia, Kenia, Tansania, Uganda, Äthiopien, sowie Wissenschaftler von internationalen Instituten, Universitäten, Vertreter der Weltbank, der Vereinten Nationen und verschiedenen Hilfsorganisationen. Der äthiopische Agrarexperte Assefa Tofu von World Vision betonte: "Wir haben den festen Willen, das vereinbarte Ziel umzusetzen. Afrikanische Länder müssen sich auf häufigere Dürren einstellen und der Bevölkerung helfen ihre Ernährungsgrundlage zu verbessern, statt sie durch Abholzung zu zerstören."

Die Teilnehmer der Konferenz waren sich einig, dass es einen Paradigmenwechsel geben müsse, von einer Landwirtschaft ohne Bäume hin zu Ackerbau, der mit Bäumen die Artenvielfalt und Bodenfruchtbarkeit unterstützt. World Vision stellte für diesen Ansatz die FMNR-Methode vor, bei der Bauern keine Bäume pflanzen müssen, sondern einfach auf das Wurzelnetzwerk im Boden zurückgreifen können. Beispiele aus Äthiopien, Ghana und Niger zeigten, dass Bauern ihre Erträge damit schon nach wenigen Jahren deutlich verbessern und auch ihren Kindern eine gesündere Nahrungspalette bieten konnten. Äthiopien, das einen langfristigen Plan zur Wiederbegrünung verfolgt, konnte laut FAO innerhalb der letzten sechs Jahre auch seinen Waldanteil von drei auf elf Prozent erhöhen.  

Der Teilnehmer der Weltbank und viele andere Vertreter erklärten, alles in ihrer Macht stehende zu unternehmen, um die Ideen der Konferenz in ihren Ländern umzusetzen. Sie nahmen von den Wissenschaftlern und Hilfsorganisationen auch die Botschaft mit, dass die Landnutzungsrechte und sozialen Probleme der Landbevölkerung berücksichtigt werden müssten. Bauern arbeiteten dann aus eigenem Interesse bei Renaturierungsprojekten mit, wenn sie sie nach lokalen Erfordernissen gestalten und die Erträge selbst vermarkten könnten.

"Ich hoffe sehr, dass von dieser Konferenz eine Bewegung ausgeht, die sowohl auf dem afrikanischen Kontinent als auch weltweit alle gesellschaftlichen Kräfte vereint, um ein grünes Afrika Realität werden zu lassen", sagte Silvia Holten.

www.worldvision.de

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