gavi 100Genf. - Mehr als 180.000 Mädchen in acht Entwicklungsländern werden demnächst gegen HPV (Humane Papillomaviren) geimpft. HPV-Infektionen sind die Hauptursache von Gebärmutterhalskrebs. Finanziert werden die Impfstoffe durch die GAVI Alliance. Dasw kündigte die Allianz anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar in Genf an.

Ghana, Kenia, Laos, Madagaskar, Malawi, Niger, Sierra Leone und Tansania werden nach Angaben von GAVI die ersten Länder sein, die mit Unterstützung der Allianz Pilot-Programme zur Einführung des HPV-Impfstoff starten. Durch die Pilot-Programme können die Länder überprüfen, ob sie in der Lage sind, die notwendige Infrastruktur für eine landesweite Einführung der Impfstoffe aufzubauen. Anders als die meisten anderen Impfungen, die Kindern im Alter unter fünf Jahren verabreicht werden, richtet sich die HPV-Impfung an Mädchen im Alter von 9 bis 13 Jahren.


"Die Einführung der HPV-Impfung in Entwicklungsländern ist der Beginn, künftig alle Mädchen weltweit vor Gebärmutterhalskrebs schützen", sagte Seth Berkley, Geschäftsführer der GAVI Alliance. "Von 275.000 Frauen, die jährlich an Gebärmutterhalskrebs sterben, leben 85% in den ärmsten Ländern der Welt. Gebärmutterhalskrebs ist eine der Krebsarten, die bei Frauen in Entwicklungsländern die meisten Todesopfer fordert."

GAVI plant bis zum Jahr 2015 mehr als 20 Länder durch Pilotprojekte zu unterstützen. Auf diese Weise werden etwa eine Million Mädchen geimpft. Bis zum Jahr 2020 werden es voraussichtlich über 30 Millionen Mädchen sein. In sieben der acht ausgewählten Länder beginnt die Einführung der HPV-Impfstoffe in diesem Jahr. Die Mädchen im Alter von 9 bis 13 sollen vor allem in Schulen, aber auch über Gesundheitsdienste der Gemeinden erreicht werden, die sich speziell an Mädchen richten. In Ghana, Kenia und Sierra Leone werden die Programme voraussichtlich schon demnächst beginnen. Tansania hingegen plant den Start erst für 2014.

Weltweit, so GAVI, stirbt alle zwei Minuten eine Frau an Gebärmutterhalskrebs. Ohne Veränderung der Präventions- und Bekämpfungsstrategien wird ein Anstieg der Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs auf weltweit 430.000 jährlich bis zum Jahr 2030 prognostiziert. Davon wären nahezu ausschließlich Entwicklungsländer betroffen. HPV-Impfungen sind nur wirksam, solange ein Mensch noch nicht mit dem entsprechenden Virus infiziert ist. Darum ist das Impfen von Mädchen, bevor sie sexuell aktiv werden und dabei das erste Mal dem Risiko einer HPV-Infektion ausgesetzt sind, zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs zentral.


Der HPV-Impfstoff wird in drei Dosen verabreicht. Insgesamt werden für die Pilotprojekte in den acht Ländern mehr als eine halbe Million Dosen benötigt. Die Impfstoffe werden durch UNICEF über eine öffentlichen Ausschreibung eingekauft. Merck und GlaxoSmithKline (GSK) sind derzeit die einzigen Hersteller, die von der WHO anerkannte HPV-Impfstoffe anbieten.


GAVI arbeitet mit Impfstoffherstellern zusammen, um erschwingliche Preise für HPV-Impfstoffe zu ermöglichen. Bisher hat einer der Hersteller einen Richtpreis in der Höhe von 5 US-Dollar pro Dosis bekanntgegeben. Dies entspricht laut GAVI einer Senkung um 64 Prozent gegenüber dem aktuell niedrigsten Marktpreis. GAVI hofft, zukünftig einen noch niedrigeren Preis für HPV-Impfstoffe zu erzielen.


Eine der Herausforderungen für den Erfolg der HPV-Impfprogramme ist, dass viele Entwicklungsländer keine Routine-Gesundheitsversorgung für Mädchen im Alter zwischen 9 und 13 Jahren anbieten. Mittels der Pilotprojekte können die acht Entwicklungsländer Erfahrungen sammeln, auf deren Grundlage sie dann die Entscheidung treffen können, ob sie die Impfung landesweit einführen möchten. Erste Erfahrungen mit HPV-Impfprogrammen in Schulen in Afrika, Asien und Lateinamerika sind vielversprechend.

Prof. Ian Frazer, der den HPV-Impfstoff entwickelt hat, begrüßte GAVIs Entscheidung. "Ich bin hoch erfreut über GAVIs Engagement. Die angekündigten HPV-Pilotprojekte sind ein weiterer großer Schritt nach vorn, um Mädchen in den Entwicklungsländern den gleichen Zugang zu HPV-Impfstoffen wie Mädchen anderswo in der Welt zu ermöglichen."

Die GAVI Alliance ("Global Alliance for Vaccines and Immunisation") ist eine öffentlich-private Partnerschaft mit Sitz in Genf. Ziel der Allianz ist es, durch Impfungen das Leben von Kindern zu retten und die Gesundheit weltweit zu verbessern. Mitglieder sind Regierungen, die Weltgesundheitsorganisation WHO, UNICEF, die Weltbank, die Gates Stiftung, nichtstaatliche Organisationen, Impfstoffhersteller, Gesundheits- und Forschungsinstitute sowie private Geber.

http://www.gavialliance.org


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